Am Mittwoch geht's wieder los. Dann startet Benjamin Adrion sein nächstes Wasser-Projekt: In Äthiopien will der St. Pauli-Spieler die bereits gebauten Brunnen inspizieren, in Ruanda und Benin die Bauarbeiten kontrollieren und vorantreiben. Es ist eine Reise ins Ungewisse. Denn sein Lebenswerk "Viva con Agua" steht auf der Kippe.
Das hatte er Mitte 2005 gegründet, zunächst 50000 Euro an Spenden gesammelt, damit 153 Kindergärten auf Kuba mit Trinkwasserspendern ausstatten lassen. Danach folgten die ersten Unternehmungen in Afrika. Insgesamt holte er durch Aktionen, für die er Promis wie Fettes Brot, Gentleman oder Sasha begeistern konnte, über 200000 Euro rein.
Jetzt steht der 26-Jährige am Scheideweg. Wenn er in acht Wochen zurückkehrt, fällt eine Entscheidung für oder gegen "Viva con Agua." Ein finanzstarker Sponsor muss her! Adrion: "Die fünf Leute, die ständig im Einsatz sind, können das nicht mehr ehrenamtlich betreiben. Sie müssen ihre Wohnungen finanzieren und sich ein Brot kaufen können."
Das gilt auch für ihn selbst: "Mein Konto ist langsam leer." Denn den Fußballer Adrion gibt's momentan nicht mehr. Leider. Als er 2004 zum MiIlerntor kam, galt der Jugend-Nationalspieler als Top-Talent. Doch bei St. Pauli lief es von Beginn an schlecht: "Ich habe wegen Schmerzen an meinen Achillessehnen ständig Tabletten genommen." Mangels Einsätzen erhielt er 2006 keinen Vertrag mehr, kickte aber nach längerer Pause fürs Oberliga-Team. Selbst das ist derzeit nicht drin: "Ich habe so große Probleme, dass ich nicht mal freizeitmäßig joggen kann."
Allerdings gibt er zu, dass das Ende seiner Kicker-Karriere auch andere Gründe hat: "Ich bin mit meinem Talent unterm Strich zu schlampig umgegangen." Statt Millionen Euro zu verdienen, kümmert er sich intensiv um Bedürftige. Seine Kreativität möchte er am liebsten weiter für "Viva con Agua" einsetzen: "Der Kreis der freiwilligen Unterstützer wächst ständig."
Das nächste Projekt steht schon. Zumindest in Gedanken: "Wir wollen Brunnen in Madagaskar bauen." Jedoch kann der Verein "Viva con Agua" nur dann weiter helfen, wenn ihm schnell selbst geholfen wird ...
Weitere Informationen: www.vivaconagua.org
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