Wenn man ihre energiegeladene Live-Show sieht, mag man kaum glauben, dass die Metal-Legenden von IRON MAIDEN ihr gleichnamiges Debütalbum bereits vor exakt drei Jahrzehnten auf den Markt brachten. Und auch im Studio lassen die Londoner keine Ermüdungserscheinungen erkennen. Bester Beweis dafür ist ihr ab heute erhältliches, immerhin schon 15. Album „The Final Frontier“.
Los geht's mit dem aggressiven und dennoch episch anmutenden Titelsong – schräge Rhythmus-Spielereien verleihen ihm einen progressiven Touch. Der Rest des 76-Minuten-Albums begeistert ebenso. Nicht zuletzt, weil Sänger Bruce Dickinson sich einmal mehr in Höchstform präsentiert. Etwa beim psychedelisch anmutenden „Starblind“, der sympathisch sentimentalen Ballade „Coming Home“, dem mit ungewöhnlichen Folk-Elementen angereicherten „The Talisman“ oder bei der flott galoppierenden Single „El Dorado“.
Aufgenommen wurde unter der Regie des südafrikanischen Produzenten Kevin Shirley (Led Zeppelin, HIM, Aerosmith) in den Compass Point Studios zu Nassau. Nachdem die letzten Werke allesamt in England entstanden waren, ging's nun zurück auf die Bahamas. Dort hatten Iron Maiden schon die millionenfach verkauften Meilensteine „Piece Of Mind“ (1983), „Powerslave“ (1984) und „Somewhere In Time“ (1986) eingespielt.
Die unverändert immense Popularität der Band zeigte sich vergangene Woche vor 80000 begeisterten Anhängern beim „Wacken Open Air“. Dieser Auftritt wird wohl leider die einzige 2010er-Show des Sextetts auf deutschem Boden bleiben. Mit der neuen CD bekommen die Fans aber einen mehr als adäquaten Zeitvertreib, bis sich die Briten im nächsten Jahr im Rahmen einer gigantischen Europa-Tournee wieder bei uns blicken lassen.