In den 80ern waren alle ein bisschen Sandra. Jungs fanden die Mandelaugen und Grübchen der Sängerin sexy, Mädels kopierten Sandras Vorliebe für Ballonröcke und lange Halsketten. Und auf den Tanzflächen von Großraumdiscos wiegte man die Hüften zu "Maria Magdalena" - dem Überhit des von Michael Cretu produzierten Popsterns. Wenig später feierte die Künstlerin auch die private Hochzeit mit Cretu, die Hits wurden weniger, und Sandra Mutter.
Alles lange her. Umso überraschender, dass die 44-Jährige jetzt ihr Album "The Art Of Love" veröffentlicht, an dem sie erstmals ohne Cretu werkelte, stattdessen mit ihrem Weggefährten Jens Gad. Eine sehr persönliche Platte sei es, sagt Sandra und spricht sogar von einem "Befreiungsschlag". Eine Vorliebe für hypnotische Ambientsounds hat sie aber immer noch, wie der Eröffnungssong "What D'Ya Think Of Me" beweist. Dazu gesellen sich Santana-ähnliche Gitarren, Jazz, ihre eigenen Zwillinge als Kinderchor, Akustikgitarren, Streicherloops, ein Gastauftritt von DJ Bobo und Percussion.
Und selbst für eine Coverversion von "All You Zombies" ist noch Platz. Alles ganz entspannt. Mit einer eher gesprochenen Vocalperformance, die nur noch selten an die quietschige Stimme von einst erinnert. Ein großes Comeback wird es damit für Sandra wohl nicht geben. Aber vermutlich hatte sie das eh nicht im Sinn.
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?