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"TATORT"-STAR

Sibel Kekilli: "Warum ich keine Deutsch-Türkin spiele!"

Kino-Fans kennen Kekilli eher aus der Arthouse-Abteilung – mit "Gegen die Wand" und "Die Fremde" heimste die zierliche Schauspielerin jede Menge Preise ein. Jetzt erobert Sibel (30) Deutschlands Krimi-Institution – den "Tatort"! An der Seite des kauzigen Hauptkommissars Klaus Borowski (Axel Milberg) ermittelt sie als Sarah Brandt ab nächstem Jahr in Kiel.



Die MOPO traf das ungleiche Duo zum Kreuzverhör beim NDR in Lokstedt. Für Sibel ist die Kommissarrolle ein Ritterschlag: "Es ist etwas Besonderes, weil es den Tatort seit 40 Jahren gibt, und er immer noch so viele Zuschauer vor den Fernseher lockt", sagt die Mimin aus Altona.



Einen Vorgeschmack auf das neue Schnüffler-Duo liefert der Tatort "Borowski und eine Frage von reinem Geschmack" (Sendertermin 24. Oktober, 20.15 Uhr, ARD). Kekilli ist noch nicht Kommissarin, wirbelt aber als kesser Wildfang den Alltag des Kommissars auf: repariert sein Auto, kocht ihm Suppe und berät ihn mit weiblicher Intuition.



"Die Charaktere führen aber keine Liebesbeziehung. Sie geraten immer wieder an einander, aber nie böse", sagt Kekilli, die in die Fußstapfen von Maren Eggert tritt. 14 Folgen lang mimte sie die Psychologin Frieda Jung, die mit Borowski sowohl Revier als auch am Ende das Bett teilte.



"Mich hat an Sibel gereizt, dass sie etwas Neues und Fremdes in die Geschichte bringt, etwas das im Gegensatz zu Borowski steht", erklärt Milberg, der Kekilli bei einem Dreh in Finnland kennenlernte und für die Rolle beim NDR empfahl. Er betont: "In den kommenden Folgen sind wir auf Augenhöhe, es wird nicht mehr dieses Borowski und Assistent geben."



Sibel ist besonders glücklich, nicht als "Aysche Yilmaz", sondern als deutsche Ermittlerin in die "Tatort"-Geschichte einzugehen: "Ich freue mich wirklich, dass ich in so einem Format als deutsche Kommissarin mitspielen darf und keinen Migrationshintergrund habe. Ich werde dann einfach als Schauspielerin betrachtet, egal ob deutsch oder türkisch. Es kommt dann nämlich auf mein Schauspiel an und nicht auf meine Herkunft im wirklichen Leben!"

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Datum:  28.8.2010
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