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Satire-Magazin "Titanic" foppte die DVU : D ie V olltrottel- U nion

Die "Titanic" ist untergegangen - das gleichnamige linke Satire-Blatt nicht: In der Juni-Ausgabe leistet die Zeitschrift einen originellen Beitrag zur "Demokratisierung des Ostens" und entlarvt die DVU. Titel: "Dämliche Volltrottel-Union". Unter dem Motto "Arbeit macht Frey" hat sich Redakteur Martin Sonneborn als Büroleiter von DVU-Chef Gerhard Frey ausgegeben, Abgeordnete der Partei in Sachsen-Anhalt angerufen und "zum Sternmarsch am 1. Mai durch Berlin mit anschließender Verbrennung linker Schriften" aufgefordert. Hier einige der wahnwitzigen Reaktionen: Rudi Weichmann (68): "Ich habe keine Probleme, Gleichschritt zu halten, ich war ja bei der Wehrmacht." Der 19jährige Mirko Mokry, gegen den wegen Hakenkreuzschmierereien ermittelt wird, "wäre eigentlich lieber saufen gegangen", so Titanic-Chefredakteur Oliver Schmitt zur MOPO. Er habe sich aber mit den Worten überzeugen lassen: "Auch 1933 wurde durch das Brandenburger Tor marschiert." Danach schlug Mokry sogar vor, "Alte Kameraden" zu singen. Eberhard Lehnert (42) ließ sich erst mal gegen Spitzenkandidat Helmut Wolf aus: "Der führt sich auf wie bei den Hottentotten!" Auf den Vorschlag des vermeintlichen Büroleiters, daß doch er Spitzenkandidat werden solle, antwortete Lehnert: "Ja." Ein paar Tage später legte er unerwartet sein Mandat nieder. Späte Einsicht. "So haben wir der Zierde des Landtags jedenfalls noch einen Edelstein hinzugefügt - und seinem Nachfolger Thomas Miksch, einem Tierquäler, zur Karriere verholfen", sagt Schmitt. Unter Mikschs Identität wiederum rief Titanic-Mann Sonneborn auch bei der Partei-Zentrale an und sagte, er habe eine Einladung zu "Talk im Turm" angenommen. Gerhard Frey jr. drohte daraufhin mit Partei-Ausschluß, denn "das würde die DVU vernichten". Titanic-Chef Schmitt faßt die Aktion zusammen: "Mit diesem Ergebnis hat keiner gerechnet. Wir wären zwar noch ,glücklicher', wenn der Marsch tatsächlich stattgefunden hätte, aber auch so haben wir einen Beitrag zur Demokratisierung des Ostens geleistet."

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