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Empfehlen | Drucken | Kontakt Datum: 19.12.2009

„Recht auf Stadt“: 3000 demonstrieren in der Innenstadt

Bei Schnee und Kälte: Demonstranten ziehen lautstark durch die City Hamburger sind hart im Nehmen. Was das Wetter betrifft, kann ihnen das seit gestern keiner mehr absprechen. 3000 Menschen zogen Freitagabend bei Minus sieben Grad Celcius und Schneefall durch die City. Motto der Parade: "Recht auf Stadt". Das Feindbild: Die soziale Kälte und die aus ihrer Sicht verfehlte Stadtentwicklungspolitik.



Eine fantasievolle, kraftvolle und Aufsehen erregende Parade hatten sich die Veranstalter gewünscht ­ eine Mischung aus klassischer Demo und Rosenmontagsumzug. Schnell wurde klar, dass sich das erfüllen sollte. Unter den Teilnehmern waren auch Kevin (27) und Nico (28). Ihr Mitbringsel: ein riesiger Ball aus Stahl mit Slogans, den sie vor sich herrollten. Ihr Anliegen: "Wir sind gegen den Ausverkauf von Hamburg." Marianne (58) und Erika (61) schlossen sich dem Zug mit ihren Kleingärtner-Freunden aus Altona an. Sie forderten "die Wertschätzung von Grünflächen", Hamburgs Verdi-Chef Wolfgang Rose mehr Gerechtigkeit in der Stadt.



Um 17.30 Uhr setzte sich die aus etlichen Initiativen bestehende Karawane in Bewegung, geziert von 17 skurrilen Wagen und flankiert von rund 1500 Polizisten. Die widmeten sich vor allem dem aus 350 Menschen bestehenden "Schwarzen Block" (mit dem Slogan: "Weg mit dem Vermummungsverbot") besondere Aufmerksamkeit.



Die ursprünglich angemeldete Route war den Veranstaltern vorab untersagt worden. Statt durch die Innenstadt zu ziehen, sollte es über den Dragonerstall (Neustadt) und die Willy-Brandt-Straße bis zur Steinstraße

(Altstadt) gehen. Auf dem Valentinskamp wurde gestern erneut verhandelt. Die Veranstalter wünschten sich das Frappant-Gebäude in Altona, wo das IKEA-Gebäude entstehen soll, als Ziel. Die Polizei machte mit, gab aber die Route vor. Über die Feldstraße (St. Paul), die Budapester Straße und Simon-von-Utrecht-Straße zog die Parade weiter.



Bis 20 Uhr. Es folgte die Abschlusskundgebung ­ und doch noch ein Scharmützel. Demonstranten entzündeten ein Feuer und bewarfen Polizisten beim Austreten des Feuers mit einem Böller und Farbeuteln. Ein Beamter wurde am Auge verletzt. Um 20.23 Uhr endete die Parade.

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