Deshalb sorgte die Ankündigung, er würde die Hauptrolle in der Videospieladaption "Prince Of Persia" übernehmen, auch für einige Verwunderung. Kann das gut gehen, einen Charaktermimen als Actionhelden zu besetzen? Ja, es kann! Ähnlich wie Robert Downey jr. in "Iron Man", gelingt es auch Jake Gyllenhaal mit einer gehörigen Portion Lausbubencharme, allen um sich herum die Show zu stehlen. Wobei man ehrlicherweise aber dazu sagen muss, dass ihm dies nicht allzu schwer gemacht wurde. Denn außer seinem neuerdings muskelbepackten Star hat das zwar schweineteure, aber ansonsten recht einfallslose Fantasy-Abenteuer von "Harry Potter"-Regisseur Mike Newell wenig zu bieten.
Obwohl er kein leiblicher Sohn des Königs ist, sondern als kleiner Junge adoptiert wurde, führt Prinz Dastan (Jake Gyllenhaal) die persische Armee an der Seite seiner Brüder an. Gerade belagert sie die heilige Stadt Alamut, von der es heißt, sie würde Waffen an die Feinde Persiens liefern. Die Eroberung gelingt, und Prinzessin Tamina (Gemma Arterton) kann in ihren Gemächern festgesetzt werden. Doch dann geht alles ganz schnell: Der König wird vergiftet und Dastan als Schuldiger ausgemacht. Gemeinsam mit Tamina muss er aus der Stadt fliehen, um seine Unschuld zu beweisen und eine Verschwörung aufzudecken, die nichts Geringeres als das Ende der Welt bedeuten könnte ...
Erfolgsproduzent Jerry Bruckheimer hat keine Kosten und Mühen gescheut, um in Marokko in über 2000 Metern Höhe das historische Persien wiederauferstehen zu lassen. Optisch ist "Prince Of Persia" deshalb streckenweise eine Wucht. Auch einige Stuntsequenzen können sich sehen lassen. Genau wie die zugrunde liegende Videospielreihe, deren einzelne Teile inzwischen mehr als 14 Millionen Mal verkauft wurden, ließen sich die Action-Choreografen dabei von der Modesportart Parkour inspirieren und haben sogar deren Erfinder David Belle als Berater hinzugeholt. Doch all das ist verlorene Liebesmüh, weil die Macher über der Erschaffung der gigantischen Wüstensets leider vergessen haben, für ein anständiges Drehbuch zu sorgen.
Denn obwohl die Intrigen in der persischen Herrscherfamilie geradezu shakespearesche Ausmaße annehmen und die angeblichen Waffenlieferungen Alamuts für einen Hollywood-Unterhaltungsfilm ungewöhnlich offene Konnotationen an die fehlenden Massenvernichtungswaffen im Irak heraufbeschwören, fügen sich die einzelnen Situationen nie zu einem stimmigen Ganzen. Die typischen Zutaten des Fantasy-Genres - vom magischen Dolch bis zum fallengespickten Höhlenversteck - sind allesamt vorhanden, doch der Film bleibt bloßes Stückwerk.
Das ist für amerikanisches Kino in diesen Budget-Sphären zwar nicht ungewöhnlich, aber schließlich haben Werke wie "Der Herr der Ringe" oder "The Dark Knight" längst bewiesen, dass auch teuer richtig gut sein kann.
Fazit: Jake Gyllenhaal überrascht als Actionheld, der Rest ist routiniert abgespulte Fantasy-Dutzendware.
USA, 116 Minuten, ab 12 Jahren, Cinemaxx (alle), Hansa-Filmstudio, Streits, UCI (alle)
Trailer sehen auf www.mopo.de
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Filmtitel:
"Prince of Persia"
Kinos:
Cinemaxx (alle), Hansa-Filmstudio, Streits, UCI (alle)
Schauspieler:
Jake Gyllenhaal, Ben Kingsley, Gemma Arterton
Filmlaenge:
116 Minuten
Note:
3/5
Regisseur:
Mike Newell
Fazit:
Jake Gyllenhaal überrascht als Actionheld, der Rest ist routiniert abgespulte Fantasy-Dutzendware.