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"Pauli Kärntner"

Hamburger Volksmusiker ein Kinderschänder

Pauli Kärntner alias Bernd O. vor Gericht

Foto: Brinckmann

Eklige Übergriffe in der heilen Welt der Volksmusik: Bernd O. (41), Frontmann der Stimmungscombo "Pauli Kärntner und die Original Elbmusikanten" gestand am Montag vor dem Landgericht, seinen zweijährigen Sohn missbraucht zu haben. Auch die Übergriffe gegen einen ihm völlig unbekannten Jungen (9) in einer Blankeneser Sauna räumte der Musiker ein. Bereits 2001 soll er seine damals fünfjährige Tochter aus erster Ehe unsittlich berührt haben.



Die Ausflüchte des blonden Angeklagten sind nur schwer zu ertragen. Die Kinderpornobilder auf seinem Laptop habe er "versehentlich" aus dem Internet heruntergeladen, als er ein Playback zu dem Schlager "Anita" gesucht habe. Er gestand, das winzige Geschlechtsteil seines Sohnes in den Mund genommen zu haben: "Ich habe ihn vor lauter Liebe überall geküsst." Und der Vorfall vom August 2009 in der Blankeneser Dampfsauna? Er habe den Jungen "eincremen" wollen, erklärt der Angeklagte: "Ich habe den aus Neugierde angefasst, weil ich noch nie einen beschnittenen Penis gesehen hatte. Wir haben gelacht." Seitdem sitzt Bernd O. in U-Haft.



Es sind nicht die ersten Missbrauchsvorwürfe gegen den Sänger, der gern in Krachledernen und mit Akkordeon auftritt. Im Sorgerechtsstreit um die Kinder aus erster Ehe warf seine damalige Frau ihm vor, die kleine Tochter intim berührt zu haben. "Paulis" Erklärung: "Das Mädchen hatte eine Pilzinfektion, ich musste sie eincremen." Zu der inzwischen 13-Jährigen und dem elfjährigen Sohn hat er keinen Kontakt mehr.



Das damalige Kindermädchen wurde nach dem Auszug der Kinder seine neue Lebensgefährtin. Anja St. (29) sagte gestern gegen den Vater ihres kleinen Sohnes aus. Die junge Mutter wirkt selbst noch wie ein Mädchen, zart, mit langen Haaren. Ihren Lebensgefährten spricht sie mit seinem Künstlernamen an: "Der ,Pauli' hat gesagt, das sei alles Ausdruck von Vaterliebe", gibt sie zu Protokoll, "ich habe ihm geglaubt." Erst als ihr Lebensgefährte verhaftet wurde, schilderte sie ihre Beobachtungen der Polizei.



Für sein Geständnis hat die Große Strafkammer 32 dem pädophilen Musikanten eine Bewährungsstrafe angeboten. Auflagen: Bernd O., vorbestraft wegen Waffenbesitzes, muss eine Sexualtherapie machen und Schmerzensgeld zahlen. Sein Sohn lebt derzeit bei einer Pflegefamilie. Die Fortsetzung des Prozesses findet am 27. Januar statt.

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Datum:  19.1.2010
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