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»MÖWENPICK« IM SCHANZENPARK

Prozess gegen Hotel-Gegner

Morgen beginnt vor dem Amtsgericht Mitte der Prozess gegen zwei Gegner des Mövenpick-Hotels im Schanzenpark. Renate C. (47, Name geändert) und Thomas J. (52, Name geändert) wird Beihilfe zur Sachbeschädigung und versuchte Nötigung in einem besonders schweren Fall zur Last gelegt. Im Zentrum des Verfahrens stehen zwei E-Mails, die Thomas J. vor fast zwei Jahren verschickt haben soll. Renate C. soll handschriftliche Notizen beigesteuert haben. Dem Verfahren vorangegangen waren monatelange Observierungen, Hausdurchsuchungen und die Ausspähung von Kontodaten.



Hintergrund: In der Nacht zum 27. Oktober 2005 wurden die Fahrzeuge einer Baufirma beschädigt. Schaden: rund 3200 Euro. Vier Wochen später, wurden auf einem anderen Firmengelände die Reifen von 13 Betonmisch-Lkws zerstochen. Schaden: rund 20000 Euro. Beide Firmen waren an den Arbeiten am Mövenpick-Hotel im Schanzenturm beteiligt. Die Täter wurden nie gefasst.



Nach beiden Anschlägen bekamen Hamburger Redaktionen, auch die MOPO, anonyme Bekenner-E-Mails von militanzen Hotel-Gegnern, abgeschickt aus Internet-Cafés. Glück für die Polizei: Der Chef des ersten Cafés hatte in einem Getränkeautomaten eine Kamera installiert, filmte seine Kunden heimlich. Das Video zeigte Thomas J., der daraufhin observiert wurde. Seinen Namen erhielt die Polizei durch die Haspa: Als Thomas J. Geld vom Automaten abhob, fragten die "Bewacher" am nächsten Tag nach der Identität des Kontoinhabers. Nach der zweiten Bekenner-E-Mail wurde Thomas J. an seinem Arbeitsplatz festgenommen, seine Wohnung wurde durchsucht.



Die Verteidiger Marc Meyer und Andreas Beuth: "Schon die Verwertung des Videos aus dem Internet-Café war unzulässig." Auch sei der Anklagevorwurf nicht haltbar. Beuth: "Schwere Nötigung liegt etwa bei einer Zwangsheirat oder einem erzwungenen Schwangerschaftsabbruch vor. In den E-Mails wurde aber, wenn überhaupt, eine Sachbeschädigung angedroht."

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Datum:  18.6.2008
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