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"KICKEN MIT HERZ": Tim Mälzer schwitzte Blut und Wasser

Tim Mälzer mit Kopfwunde beim Interview nach dem Spiel

Foto: Felix Roth

„Torhüter haben einen an der Waffel“, findet Tim Mälzer. „Sieht man doch auch bei uns: Lehmann, Kahn etc. Bei Neuer müssen wir noch mal gucken.“ Mälzer weiß, wovon er redet. Er ist nicht nur ein Spitzenkoch („Bullerei“), er ist auch gelernter Torwart. Handball zwar, aber trotzdem.



Beim Benefiz-Spiel „Kicken mit Herz“ zugunsten der „Herz Kinder Hilfe Hamburg“ im Stadion des SC Victoria stand er jetzt wieder zwischen den Pfosten und machte klar: Ihm Vergleich zu ihm sind Kahn & Co. eher Waisenkinder. Jedenfalls hat es selten einen Torwart gegeben, der während des Spiels nebenbei seinen Grill bedient, um schon mal die Würste fürs After-Game-Dinner vorzubereiten.



Verrücktheiten sind das Salz in der Suppe, wenn nicht die sportliche Leistung im Vordergrund steht. Bei „Kicken mit Herz“ ist die Unterstützung für schwer herzkranke Kinder das eigentliche Anliegen. Initiator Professor Dr. Thomas Mir vom UKE verwendet das gespendete Geld, um damit Spielzimmer und -Therapeuten auf der Kinderherzstation zu finanzieren. Und dafür traten die „St. Pauli Allstars“ gegen das UKE-Team „Placebo Kickers“ an.



Das Konzept ging auf, und viele Promis kamen auch in diesem Jahr. „Es gibt zwei schöne Sachen im Leben: Fußball und anderen Leuten was Gutes tun. Und wenn man das verbinden kann, ist doch toll“, fasst Schauspieler Ken Duken („Zweiohrküken“) die Motivation der Teilnehmer zusammen. Die Liste der Stars beim dritten Aufeinandertreffen seit 2008 war lang. Die 4.000 Zuschauer sahen u.a.: Peter Lohmeyer („Das Wunder von Bern“), Paulis Jahrhundert-Keeper Klaus Thomforde, „Viva con Agua“-Gründer Benny Adrion, Ex-HSV-Profi Sergej Barbarez, Sänger Sasha (Ex-Landesliga-Kicker beim Soester SV) und Bjarne Mädel alias „Stromberg“-Streber Ernie. Stolzes Ergebnis am Ende des Tages: 55.000 Euro für den guten Zweck.



Auch wenn’s um keinen Meistertitel ging: Keiner der Akteure auf dem Platz wollte sich eine Blöße geben. Es ging hart zur Sache, und nach einer enttäuschenden ersten Halbzeit konnten die St. Pauli Allstars das Spiel noch drehen und gewannen am Ende mit 8:5.



Besonders ramponiert sah Tim Mälzer nach dem Spiel aus. Rote Flüssigkeit am tropfnassen Kopf. Ketchup vom Grill? „Das ist eine Mischung aus Gehirnmasse und Blut.“ Ein Stollen hatte ihn am Kopf erwischt. Mälzer hat trotzdem weiter gespielt. So viel zum Thema verrückte Torleute.

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