Knapp vier Monate dauerte das Martyrium vor der Küste Somalias - doch nun stehen die 24 entführten Seeleute auf der "MS Hansa Stavanger" vor ihrer Freilassung. Gestern zahlte der Hamburger Reeder Frank Leonhardt den Piraten das geforderte Lösegeld für das Leben der Besatzung: Ein Kleinflugzeug warf am Vormittag einen Sack mit 2,75 Millionen Dollar (mehr als 1,9 Millionen Euro) über dem 170 Meter langen Frachter ab.
"Das Geld ist an Bord und wird nun von den Piraten gezählt", bestätigte ein britischer Sprecher der EU-Militärmission "Atalanta" gestern Nachmittag die Lösegeldzahlung an die Entführer. Nach Agenturberichten haben die Piraten bereits die Freilassung der Geiseln angekündigt - bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe waren jedoch auch die fünf deutschen Gefangenen, darunter zwei 19-jährige Auszubildende und der Kapitän, immer noch an Bord der "Hansa Stavanger".
Laut Offiziellen kann es nach der Übergabe bis zu 24 Stunden dauern, ehe die Piraten das Geld untereinander aufgeteilt haben und das Schiff räumen. In welchem Zustand sich die Geiseln befinden, war gestern noch unklar: Während Leonhardt am Wochenende von einer guten physischen Verfassung der Gefangenen sprach, berichten Angehörige von miserablen medizinischen Zuständen auf dem gekaperten Schiff.