Das hatte sie wirklich gut gemacht: Ganz allein saß Ezgi Düzgün (12) aus der 5b auf der Bühne im Curiohaus (Rothenbaum) und las ihre Geschichte. Rund 200 Schüler hörten ihr zu, und das schwarzhaarige Mädchen machte keinen Fehler.
Ezgi von der Geschwister-Scholl-Schule (Lurup) gehört zu den Schülerinnen, die fehlerfrei lesen können. Doch vielen anderen geht es nicht so: Allein in Hamburg kann jeder fünfte 15-Jährige nicht Sinn erfassend lesen. Auf dieses Problem machte die "Globale Bildungskampagne" am internationalen Tag des Buches gestern auch in Hamburg aufmerksam. Weltweit können gar 75 Millionen Kinder nicht lesen.
Die Kampagne will mit dem Lesemarathon "Das große Lesen" dagegen vorgehen. Für die Schüler gab es gestern bereits eine Lesestunde mit dem Hamburger Reeder Peter Krämer (58). Der Millionär hat mit seinem Projekt "Schulen für Afrika" bereits 700 Schulen gebaut. Für die Schüler gestern las Krämer aus Thomas Manns "Tonio Kröger" vor.
Demnächst werden von der Bildungskampagne Lesebücher in den Schulen verteilt. Der Zweck: Analphabetismus soll thematisiert werden.
"Lesen ist der Schlüssel zur Bildung", sagt Tim-Thilo Fellmer (41). Der Buchautor weiß, wovon er spricht, war er doch selbst bis Mitte 20 Analphabet. Er mogelte sich durch, obwohl er nicht einmal ein Formular ausfüllen konnte.
Am Ende schrieben Krämer und Fellmer ihre Forderungen zur Leseförderung in ein drei mal drei Meter großes Buch. Damit wollen die Organisatoren die Regierungschefs weltweit an ihre Versprechen "Bildung für alle bis 2015" erinnern.
WIL
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?