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»Dieses Mal sind die Menschen die Monster«

Interview mit Sigourney Weaver

Vor 30 Jahren schrieb sie gleich mit ihrer ersten Rolle Kinogeschichte - im Science Fiction-Klassiker "Alien" von Ridley Scott wurde Sigourney Weaver zur ersten Action-Heldin Hollywoods. Ihr komödiantisches Talent zeigte sie in Filmen wie "Die Waffen der Frauen" oder "Ghostbusters". Glänzende Kritiken bekam sie für dramatische Parts in "Der Eissturm" oder "Gorillas im Nebel". Nun spielt die 60-Jährige eine Wissenschaftlerin in "Avatar".



plan7: Sie rauchen im Film - ist das nicht pfui in Hollywood?



Sigourney Weaver: Jim wollte diese Rauch-Szenen, weil sie so schön politisch unkorrekt sind. Für mich sind sie ein Mittel zu zeigen, wie neurotisch meine Figur ist. Grace ist erst entspannt, wenn sie als Avatar durch den Regenwald läuft.



plan7: Hatten Sie nach all den "¸Alien"-Filmen das Weltall nicht zur Sperrzone Ihrer weiteren Karriere erklärt?



Weaver: Für mich ist "Avatar" vor allem ein Abenteuerfilm, der das ganze Science-Fiction-Genre auf den Kopf stellt. Bei uns sind die Aliens die edlen Kreaturen und die Menschen sind die Monster.



plan7: Wie sehr wird man als Schauspieler der Sklave solcher Super-Spezialeffekte?



Weaver: Ich hatte zunächst Befürchtungen, häufig sind digitale Effekte wenig überzeugend. Hier war das völlig anders, der enorme Realismus der Darstellung geht bis zu Details wie den pulsierenden Venen. Die Trickexperten haben meine Gesten und mein Aussehen vorab genau studiert - ganz so, als wäre ich hier das exotische Wesen.



plan7: Vermissen Sie heute die guten alten handgemachten Tricks á la "Alien" nicht ein wenig?



Weaver: Wenn nicht gerade James Cameron für die digitalen Effekte zuständig ist, sind mir die alten Tricks allemal lieber. Damals hat man mit fast nichts Effekte gezaubert, für die heute Millionen ausgegeben werden - und die dadurch nicht besser werden. Wir hatten damals einen Schauspieler, der im Alien-Kostüm steckte und der viel überzeugender war als die Computerversion.



plan7: Wie gefallen Sie sich als virtuelle Kopie des Avatar?



Weaver: Ich hatte erwartet, dass mein Avatar mehr wie einer der Na'vi-Ureinwohner aussieht - und nun ähnelt er leider sehr stark mir selbst. Ich hätte so gerne wie ein Löwe ausgesehen, und nun habe ich auch als Avatar diese kleine blöde Nase wie im richtigen Leben (lacht).



plan7: Zurück zur politischen Unkorrektheit: Die Amerikaner kommen als aggressive Militärmacht nicht gerade gut weg in "Avatar" ¼



Weaver: Es geht weniger um Amerika als um die großen Konzerne. Die Botschaft von "Avatar" ist nicht unbedingt politisch, sondern moralisch. Es geht um den Respekt vor anderen Lebewesen und vor der Umwelt, dringende Themen, die unsere Welt akut bedrohen. Es geht darum, unsere Erde aus purer Profitgier nicht weiter auszuplündern!

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Datum:  17.12.2009
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