Dietmar Beiersdorfer nicht mehr Sportchef beim HSV - diese Entscheidung kann keiner nachvollziehen. Die MOPO hörte sich bei Fußball-Promis um.
Ex-Leverkusen-Manager Reiner Calmund (60): "Für mich ist Didi nach Felix Magath und Horst Heldt der beste Bundesliga-Manager der vergangenen Saison. Er hat die Verkäufe, wie zum Beispiel den von van der Vaart, hervorragend abgewickelt, hat ein prima Scouting-Netzwerk geschaffen. Er ist fachkompetent und weiß, in welche Richtung der Fußball geht. Der Erfolg des HSV hat viel mit Beiersdorfer zu tun. Der wird nicht lange ohne Job sein. Solche Leute werden in der Bundesliga gesucht."
Ex-HSV-Profi Ditmar Jakobs (55): "Das ist alles sehr unglücklich. Die Saisonplanung, mit der der HSV ohnehin spät dran war, ist längst nicht abgeschlossen - und jetzt gibt's auch noch keinen Manager mehr. Das könnte nach hinten losgehen. Denn Spieler, mit denen Beiersdorfer bereits Gespräche geführt hat, könnten jetzt vielleicht abspringen. Ich betrachte diese Entwicklung mit Sorge."
Ex-HSV-Profi Manfred Kaltz (56): "Eine solche Situation hat es beim HSV noch nie gegeben. Früher waren die Kompetenzen klar abgesteckt - und wir hatten Erfolg. Ich weiß nicht, was man beim HSV heute will. Man muss befürchten, dass der neue Manager ein Abnicker wird. Denn wenn er Rückgrat hat, dürfte es neue Probleme geben. Er sollte sich seine Kompetenzen in den Vertrag schreiben lassen."
Ex-HSV-Boss Dr. Wolfgang Klein (68): "Ich hatte sehr gehofft, dass sich beide zusammenraufen. Es ist sehr schade, dass Didi weg ist. Denn er hat im Laufe der Jahre sehr gute Kontakte aufgebaut und viel Erfahrung gesammelt. Ich habe immer gesagt: ,Du kannst einen Bundesligaspieler nicht einfach zum Manager machen. Der muss erst mal lernen, braucht Anerkennung in der Branche.' Deshalb kommt Sergej Barbarez - bei aller Wertschätzung - auch noch nicht infrage. In Deutschland sehe ich keinen geeigneten Mann für den HSV. Auf Hoffmann und Labbadia lastet jetzt sehr viel Verantwortung. Sie müssen jetzt schnell den Kader zusammenstellen."
Ex-HSV-Profi und -Trainer Thomas Doll (43): "Als ich davon erfahren habe, war ich geschockt. Das kam für mich überraschend und tut mir leid für Didi. Ich halte ihn für einen kompetenten und akribischen Arbeiter."