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Empfehlen | Drucken | Kontakt Datum: 26.6.2009

DIE GROSSE HSV-KRISE : "Man muss Angst um den HSV haben"

Er zählt ohne Frage zum absoluten Expertenkreis, wenn es um die weite Welt des Fußballs geht. Ottmar Hitzfeld (60) gewann mit Borussia Dortmund und den Bayern die Champions League, holte sieben Meistertitel und ist trotz aller Erfolge nie ein Freund brachialer Wortwahl gewesen. Umso Besorgnis erregender kommt es rüber, wenn der Schweizer Nationalcoach nun sagt: "Man muss Angst um den HSV haben."



Gestern weilte Hitzfeld in Hamburg, sowohl Ort als auch Anlass muteten an wie ein Treppenwitz: In der Nordbank Arena referierte er im Auftrag von "Castrol" (entwickelte mit dem "Castrol Index" ein Leistungsbarometer für Fußballer) über "Scouting im Profi-Fußball". Ausgerechnet im HSV-Stadion, ausgerechnet über das Thema, das von HSV-Boss Bernd Hoffmann hinter vorgehaltener Hand als "Geldvernichtungsmaschine" bezeichnet wurde.



Darauf angesprochen, konnte sich Hitzfeld ein Schmunzeln nicht verkneifen. "Scouting ist sehr wichtig für jeden Klub", stellte er klar. "Je intensiver man das betreibt, desto Erfolg versprechender läuft es." Und das habe in Hamburg seiner Ansicht nach prima geklappt. "Der HSV hat eine sehr gute Transferbilanz", lobte Hitzfeld, "Dietmar Beiersdorfer hat sehr gute Arbeit geleistet." Umso überraschter sei er von der Entwicklung gewesen.



Die Demission Beiersdorfers sei, so Hitzfeld weiter, "eine kleine Katastrophe. Denn es ist sicherlich nicht einfach, jetzt sportliche Entscheidungen zu treffen." Er sei schon sehr gespannt, wie sich die Transferpolitik des HSV jetzt entwickeln werde - und wer zu Beiersdorfers Nachfolger erkoren werde. Aber egal, wer es wird: "Es muss erst mal Vertrauen erarbeitet werden. Bis dann alles wieder funktioniert, das dauert seine Zeit."



Die Suche nach dem Nachfolger ist zumindest schon in Gange, ein Schnellschuss jedoch nicht zu erwarten. Spätestens heute will sich der Personalausschuss des Aufsichtsrates über das Profil des neuen Mannes einig werden - die Räte (nicht der Vorstand!) entscheiden dann schließlich, wer Beiersdorfers Erbe antreten wird und stehen zunächst vor einer grundsätzlichen Entscheidung: Soll Hoffmann einen starken Mann an seine Seite bekommen? Oder eher einen Adjutanten?

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