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DER PANNEN-REAKTOR DER PANNEN-REAKTOR

AKW Krümmel legt ganz Hamburg lahm

Pannen-Reaktor Krümmel: Bereits zum zweiten Mal innerhalb einer Woche musste das Vattenfall-Atomkraftwerk bei Geesthacht notabgeschaltet werden. Dieses Mal mit verheerenden Folgen für Hamburg: Das Ampelsystem der Stadt brach zusammen, in Einkaufszentren, Fabriken und Bahnhöfen gingen die Lichter aus.



Es ist 12.02 Uhr, als einer der beiden Maschinentransformatoren, die den Atomstrom ins Netz einspeisen, eine Störung meldet. Das System veranlasst eine automatische Schnellabschaltung. Binnen Sekunden werden sogenannte Steuerstäbe zwischen die Brennstäbe geschoben. Der Reaktor wird ausgeschaltet, Krümmel geht komplett vom Netz.



Andere Kraftwerke sollen den abrupten Energieverlust kompensieren. Aber es ist zu spät: Durch den kurzfristigen Ausfall von Krümmel kommt es im Stromnetz zu Spannungseinbrüchen.



Um 12.08 Uhr fallen rund 1500 (!) der insgesamt 1711 Ampeln der Stadt komplett aus. Unzählige Hamburger stehen plötzlich vor schwarzen oder wild blinkenden Ampeln. "Soweit ich mich erinnern kann, hatten wir so ein Szenario noch nie", sagt Jens Hamann von der Verkehrsleitzentrale. Der letzte vegleichbare Fall liegt acht Jahre zurück: 2001 fielen 911 Lichtsignalanlagen (so die offizielle Bezeichnung aus) - ebenfalls wegen eines Stromausfalls.



Einige Systeme können sofort wieder hochgefahren werden, andere fallen bis zum Abend aus. Laut Polizei blieb das ganz große Verkehrschaos allerdings aus. Es habe lediglich ein paar Blechschäden gegeben. Es gleicht einem Wunder, dass niemand ernsthaft verletzt wurde.



Auch die Industrie bleibt von der Reaktor-Panne nicht verschont: Bei den Stahl- und Aluwerken und der Norddeutschen Affinerie (neuerdings Aurubis AG) fällt für kurze Zeit der Strom aus. Auch in mehreren Einkaufszentren ist es auf einmal zappenduster. "Es war, als hätte jemand am Lichtschalter rumgespielt. Für zwei Sekunden war plötzlich das Licht aus - dann ging es wieder an", sagt Karsten Bärschneider, Sprecher des Alstertal-Einkaufszentrums. Im Mercado in Ottensen bleibt es sogar mehrere Minuten dunkel. Vielerorts werden Telefonate unterbrochen. In zahlreichen S- und U-Bahnhöfen fallen Rolltreppen, Aufzüge und Überwachungskameras aus.



Laut Vattenfall waren "lediglich" Großabnehmer mit 10000-Volt-Anschlüssen von dem Ausfall betroffen. Störungen bei Privathaushalten (400-Volt-Anschlüsse) habe es nicht gegeben. Vattenfall-Sprecher Ivo Banek: "Öffentliche Einrichtungen, Privathaushalte und Krankenhäuser wurden durchgängig mit Strom versorgt." Und: Bei der Reaktor-Panne sei keine erhöhte Radioaktivität freigesetzt worden. Die Anlage laufe stabil.



Heute will Vattenfall darüber informieren, wie es mit dem Pannen-Reaktor Krümmel weitergehen soll.



Kurz danach brach unter anderem im Alstertal-Einkaufszentrum (o.) das Stromnetz zusammen ...



... und rund 1500 (!) der insgesamt 1711 Hamburger Ampeln fielen aus.

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Datum:  5.7.2009
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