Der Trommelwirbel kündigt Dramatik an. Fünf Quadriga-Pferdegespanne nehmen Aufstellung, dann startet das waghalsige Wagenrennen. Und wie in der 50 Jahre alten "Mutter aller Sandalenfilme" dezimiert sich auch hier rasch das Feld - bis zum Schluss nur noch Ben Hur, der strahlende Sieger, übrig ist. Der einzige Unterschied: Das hier passiert live! Auf einer Fläche von gerade mal 65 mal 35 Metern! Ein Wahnsinn. Und der absolute Höhepunkt der monumentalen Arena-Show "Ben Hur Live", die am Donnerstagabend in der Londoner "O2-Arena" Uraufführung feierte. Am 25. September steigt in der Color Line Arena die Deutschlandpremiere des irren Spektakels.
400 Darsteller, 100 Tiere und zwei Galeeren bringt der Münchner Produzent Franz Abraham auf den sandigen Hallenboden. Es ist eine der aufwendigsten Inszenierungen seit Jahren (Produktionskosten: mehr als sechs Millionen Euro). Und doch bleibt bei all dem Bombast noch Platz für Detailverliebtheit: Die quirligen Straßen-Szenen in Jerusalem zu Zeiten Jesu wirken wie ein lebendiges orientalisches Gemälde mit Bettlern, Gauklern und Händlern. Die Schauspieler sprechen auf Aramäisch und Latein, ein Sprecher (in London: Police-Drummer Stewart Copeland; in Deutschland: Ben Becker) erzählt die Geschichte.
Theater, Ballett, Zirkus, Musical, Stunts - "Ben Hur Live" bietet von allem etwas. Und vielleicht auch von allem ein bisschen zu viel: Der Applaus des Londoner Publikums jedenfalls war freundlich, nicht frenetisch.
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?