Die Story: Larry Gopnik (Michael Stuhlbarg) führt im Minneapolis des Jahres 1967 ein glückliches Leben. Doch dann bricht scheinbar aus dem Nichts plötzlich ein Unglück nach dem anderen über den jüdischen Universitätsprofessor herein: Seine Frau fordert eine rituelle Scheidung, sein mathematisch hochbegabter Bruder (Richard Kind) wird vom FBI wegen illegalen Glücksspiels verhaftet, und seine Tochter stiehlt ihm Geld aus dem Portemonnaie, um sich die Nase operieren zu lassen. In seiner Not wendet sich der Unglücksrabe nacheinander an drei Rabbis, bei deren religiös-moralischem Kauderwelsch Larry jedoch nur Bahnhof versteht ...
Die Schauspieler: Weil die Darsteller vor allem die skurrilen Seiten ihrer Rollen betonen, fällt es umso schwerer, an ihrem Schicksal Anteil zu nehmen. Es gibt zwar einige treffende Karikaturen des gutbürgerlichen Amerikas der 1960er Jahre, aber emotional bleibt der Zuschauer so komplett außen vor.
Der Regisseur: Das Markenzeichen von Joel und Ethan Coen ("Fargo", "No Country For Old Men") ist die ihnen eigene Mixtur aus düsterer Weltanschauung und absurdem Humor. In "A Serious Man" knüpfen sich die Brüder jetzt nicht nur ihre jüdischen Wurzeln vor, sondern treiben dieses Konzept auch konsequent auf die Spitze. Ihren Protagonisten prügeln sie durch eine geradezu fatalistische Abwärtsspirale - fast wie einen modernen "Hans im Glück", nur ohne Aussicht auf ein Happy End, versteht sich. Das ist sehr, sehr böse, auf Dauer aber auch ein wenig eintönig.
Fazit: Grimmige Komödie, deren dunkelschwarzer Humor sicher nicht jedermanns Geschmack trifft.
Note: 3
USA, 106 Min., ab 12 J., Abaton, Holi, Zeise-Kinos
BU: Interessanter Blick aufs Grundstück der Nachbarin: Larry (Michael Stuhlbarg) auf dem Dach
Willkommene Abwechslung: Larry und Mrs Samsky (Amy Landecker) von nebenan
Larrys Kinder (Aaron Wolf, Jessica McManus), beide
heftig pubertierend