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300 Polizisten im Einsatz

Jugendaufstand für die Bildung

Umfrage: Darum streiken wir

Die Sonne schien, es gab laute Musik, und es regnete Konfetti - ein bisschen geriet die Demonstration zur Party. Mehr als 10000 Schüler und Studenten haben gestern Mittag in der City gegen die Bildungspolitik protestiert, Höhepunkt der bundesweiten Bildungsstreik-Woche. Sie zogen vom Campus der Universität Hamburg auf den Rathausmarkt, es blieb friedlich.



"Wir sind hier! Wir sind laut! Weil man uns die Bildung klaut!", schallte es aus tausenden von Kehlen. Auf Plakaten war zu lesen: "Bildung kostet. Keine Bildung kostet mehr" und "Reiche Eltern für alle". Manche Schüler schwänzten extra den Unterricht, auch viele Lehrer waren dabei. Einige Teilnehmer hatten sich als Clowns verkleidet. Seifenblasen stiegen auf, von einer Brücke rieselte Konfetti. Die Polizei sprach von 11000, die Veranstalter von 15000 Demonstranten.



Seit Montag protestieren Schüler und Studenten gegen die Bildungspolitik. Sie fordern unter anderem das Aus von Studiengebühren, bessere Lernbedingungen sowie eine Schule für alle bis Klasse 9. "Wir wollen zeigen, dass wir mit dem Bildungssystem unzufrieden sind", sagte Schüler-Sprecherin Pia Erzigkeit. Unterstützung gab es von der Lehrergewerkschaft GEW.



Protest gab es auch gegen die umstrittene Uni-Präsidentin Monika Auweter-Kurtz. Die Studenten forderten mit den Schildern "Hupen gegen Moni" Autofahrer zum Krachmachen auf. Am Abend zuvor hatten Studenten eine Live-Sendung bei Hamburg 1 gestürmt, wo die Präsidentin an einer Diskussionsrunde teilnahm.



An der Demo gab es auch Kritik. Die Studentenvertretung AStA distanzierte sich von Forderungen nach einem Rücktritt der Präsidentin. Auch zwei Kreisschülerräte sprachen sich gegen den Bildungsstreik aus. "Gründe dafür sind nicht nur, dass eine utopische Einheitsschule gefordert wird, sondern auch, dass der Streik keine Verbesserung des Schulsystems verspricht", so Jan Philip Unger, Schulsprecher des Helene-Lange-Gymnasiums und im Vorstand der Schüler-Union.



300 Polizisten waren im Einsatz, es blieb mit sechs Ingewahrsamnahmen ruhig. Heute geht es mit dem "Tag des zivilen Ungehorsams" weiter, unter anderem sind symbolische Banküberfälle geplant. SIMONE PAULS



Die Demonstration endete gestern Nachmittag vor dem Rathaus. Bundesweit gingen rund 240000 Schüler und Studenten für eine bessere Bildung auf die Straße.

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Datum:  18.6.2009
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