Der umstrittene Heidelberger Leichenpräparator Gunther von Hagens sieht sich aus persönlichen Gründen gezwungen, seine Pläne für eine Großmanufaktur im brandenburgischen Guben aufzugeben.
Vor gut zwei Jahren sei bei ihm eine Parkinson-Erkrankung festgestellt worden, bestätigte sein Unternehmen am Montag in Heidelberg.
Die Zahl der Mitarbeiter müsse um 130 auf 50 reduziert werden. Zum Monatsende werde der Personalabbau greifen.
In einer Ansprache hatte sich von Hagens noch im alten Jahr an die Belegschaft in Guben gewandt und seine schwere Erkrankung geschildert, die er schon lange bemerkt, jedoch verdrängt habe. Der teilweise heftig kritisierte Präparator hatte mit seinen Ausstellungen ,,Körperwelten" ein Millionenpublikum weltweit erreicht.
Sehr persönlich schilderte er seine körperlichen Symptome und seelischen Probleme, die er mit der Diagnose und der fehlenden Aussicht auf Heilung habe. Er sei an einem Wendepunkt seines Lebens angekommen und gezwungen neue Weichen zu stellen, konstatierte von Hagens.
In Guben werde deshalb die Scheibenplastination geschlossen, andere Bereiche sollten dagegen fortbestehen.
In einem großen Gubener Backsteinkomplex hatte von Hagens im November 2006 das Plastinarium mit Werkstatt, Anatomieschau und Ausstellung eröffnet. Dort können Besucher die Geschichte der Anatomie, Techniken der Konservierung von Leichen, das medizinische Lernzentrum und den Verkaufsraum kennenlernen.
Erst im November hatte der Anatom einem Online-Shop gestartet. Gehärtete Präparate von Menschenleichen und Kadavern geschützter Tierarten werden jedoch nur an sogenannte qualifizierte Nutzer wie etwa Ärzte und Wissenschaftler verkauft.