Etwa 130 Reisende mussten am Montagabend in einem liegengebliebenen ICE auf der Strecke zwischen Harburg und Wilhelmsburg ausharren. Der Zug von München nach Hamburg konnte gegen 20.40 Uhr kurz vor den Süderelbbrücken nicht weiterfahren, weil ein Stromabnehmer gebrochen und sich in der Oberleitung verfangen hatte, wie die Bahn am Dienstag mitteilte.
Um 00.50 Uhr konnte der Zug in den Hauptbahnhof einfahren. Feuerwehr und das Notfallmanagement der Bahn hatten sich wegen der „örtlichen Gegebenheiten“ gegen eine Evakuierung entschlossen, hieß es.
Bei einer Evakuierung hätten sämtliche Gleise gesperrt werden müssen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Es hätte ein „erhebliches Verletzungsrisiko“ bestanden, weil die Reisenden eine sehr rutschige Böschung hätten überwinden müssen. Das Warten im Zug sei „natürlich unangenehm und auch langweilig, aber es ist nicht lebensbedrohend“, sagte der Sprecher. Die Fahrgäste seien genervt, aber nicht ungehalten gewesen.
Eine Evakuierung über eine Brücke in einen Ersatzzug war nicht möglich, sagte ein Sprecher der Bahn. Wegen der Arbeit an der Oberleitung habe der gesamte Strom für drei Stunden abgeschaltet werden müssen, der Verkehr auf den angrenzenden Gleisen lag still. Nur die S-Bahnen fuhren noch auf zwei Gleisen. Für eine Brücke dorthin sei der Abstand aber zu groß gewesen.
Das Unternehmen zahlte den Reisenden nach eigenen Angaben die Heimfahrt mit dem Taxi. Auch stehe den Betroffenen eine Entschädigung von der Hälfte des Fahrpreises zu. Zudem werde die Bahn ihren Kunden „großzügig entgegenkommen“, hieß es in einer Mitteilung.
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