Wilhelmshaven ist ein kleines Nest, 125 Kilometer Luftlinie westlich von Hamburg. Abgesehen vom dem Marinestützpunkt hat die niedersächsische Kleinstadt wenig zu bieten. Und doch wird die von König Wilhelm I. 1869 gegründete Nordseestadt für Hamburg zur Bedrohung: Im August eröffnet dort der JadeWeserPort, Deutschlands erster Tiefseewasserhafen. Fängt Wilhelmshaven uns die Schiffe ab?
Noch ist das Gelände Baustelle. Sand- und Asphaltflächen wechseln sich ab. Halbfertige Bauten ragen in den Himmel. Baumaschinen lärmen rund um die Uhr. Doch in diesem Monat sollen die ersten vier Containerbrücken aus China kommen.
Insgesamt werden es 16, die an vier Liegeplätzen Riesenfrachter von bis zu 430 Metern Länge abfertigen sollen.
Punkten will der JadeWeserPort aber vor allem mit der Tiefe des Hafenbeckens: 18 Meter sind es bis zum Grund. Damit können hier die größten Containerschiffe der Welt anlegen. Sie werden immer häufiger von Reedereien eingesetzt – doch in
Hamburg können diese Riesen mit 14000 Stahlboxen an Bord nur bei Flut in einem engen Zeitfenster einlaufen und auch dann nicht voll beladen werden. Mit 15,50 Meter haben sie zu viel Tiefgang.
Selbst nach einer erneuten Elbvertiefung käme man hier nur auf 13,50 Meter. Hinzukommt, dass die 400 Meter langen Pötte in Hamburg kaum wenden können. Und weil sie so hoch sind, ist auch die Köhlbrandbrücke im Weg.
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