Wie kann die Heroin-Ersatzdroge Methadon in die Hände eines Kindes gelangen? Nach dem Tod der elfjährigen Chantal aus Wilhelmsburg laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Der Vater des Mädchens nimmt zwar Ersatzdrogen – aber wohl kein Methadon.
„Woher das Methadon stammt, liegt noch völlig im Dunkeln“, sagt Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers. Der Fall werfe viele Fragen auf. Chantal, die seit 2008 bei einer Pflegefamilie lebte, war am 16. Januar gestorben.
Laut Staatsanwaltschaft nimmt der leibliche Vater (41) des Mädchens, der regelmäßigen Kontakt zu seiner Tochter hatte, zwar Ersatzdrogen. Aber: „Nach bisherigen Erkenntnissen wird er nicht mit Methadon, sondern mit einem anderen Mittel substituiert“, sagt Möllers. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jedoch weiterhin gegen die Pflegeeltern und den Vater wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung.
Nachbarn und angebliche Freunde der Pflegefamilie behaupten, dass auch Chantals Pflegemutter (47) früher drogenabhängig gewesen ein soll. Sie habe Methadon bekommen, heißt es.
Gerüchte, die die Staatsanwaltschaft zurückweist: „Dabei handelt es sich um reine Spekulationen. Wir haben keinerlei Erkenntnisse über eine Drogenvergangenheit der Pflegemutter“, sagt Oberstaatsanwalt Möllers.
Was ebenfalls gegen eine Sucht der Pflegemutter spricht: Sollte sie tatsächlich an einem Methadon-Programm teilgenommen haben, hätte die Familie nie und nimmer die Erlaubnis bekommen, Pflegekinder aufzunehmen.
Nach Angaben des zuständigen Jugendamtes wurde die Familie mindestens einmal im Jahr überprüft. Der nächste Termin hätte im Februar stattfinden sollen. Die Mitarbeiter hätten zudem den Eindruck gehabt, „dass Chantal ein sehr glückliches Mädchen ist“.
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