Jetzt ist sicher: Ende 2012 beginnen die Renovierungsarbeiten im Altonaer Fußgängertunnel: Bei den Händlern in der Unterführung machen sich Existenzängste breit. Wo sollen sie künftig ihre Waren verkaufen?
Es herrscht reger Betrieb in der Fußgängerunterführung östlich des S-Bahnhofs Altona. Täglich benutzen etwa 15.000 Fußgänger die Unterführung. Viele Passanten sind aber nicht nur auf der Durchreise, sondern gezielt im Tunnel unterwegs. Zum Einkaufen. Eine Handvoll Händler bietet hier Socken, Obst oder Drucker-Patronen an.
Viele Händler bangen jetzt um ihre Existenz. Die Bezirksversammlung hat bereits vergangene Woche entschieden: Der Tunnel wird renoviert. Das ist dringend notwendig. Seit Jahren ist die Unterführung am Bahnhof Altona heruntergekommen, dem Bezirk ist sie ein Dorn im Auge. Ab Ende 2012 sollen jetzt die Umbauarbeiten unter der Anleitung des Architekturbüros „arbos Landschaftsarchitekten“ beginnen.
Die Händler in der Unterführung begrüßen die Umgestaltung, machen sich aber ernste Sorgen darüber, wie es mit dem „Markt im Tunnel“ weitergehen soll. Darunter auch Sveda Kilicaslan (39), die hier seit zwei Jahren einen Obst- und Gemüsestand betreibt. „Wir haben hier viele Stammkunden gewinnen können und die Obdachlosen halten sich fern“, sagt sie. Eine Verschönerung des Tunnels hält auch sie für dringend notwendig „Dann können wir unseren Stand attraktiver gestalten.“
Die Pachtverträge der Händler sind nur auf ein halbes Jahr befristet. „Bis zum Baubeginn muss sich jeder Standbesitzer selbst um eine Ausweichfläche kümmern“, sagt Kerstin Godenschwege, Pressesprecherin vom Bezirksamt Altona. Wer dann zurückkehren dürfe, sei noch unklar. Kilicaslan kann die Umbauphase auch mit Ständen auf Wochenmärkten überbrücken. Für viele andere bedeutet die Zwangspause jedoch das sichere Ende.
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