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Verhältnis mit 14-Jähriger: Sex-Lehrer zu 15 Monaten auf Bewährung verurteilt

Affäre mit einer 14-jährigen Schülerin: Peter M. (46) wird nie wieder als Lehrer arbeiten.
Affäre mit einer 14-jährigen Schülerin: Peter M. (46) wird nie wieder als Lehrer arbeiten.
Foto: Rüga

Es war ihre erste große Liebe: Über Facebook schicken sie sich stundenlang Nachrichten, er nennt sie darin „mein Liebling“, sagt, wie sehr er sie vermisst. Auf einem Spaziergang küssen sie sich das erste Mal, im Kino passiert schon ein bisschen mehr. Dann mietet er sogar ein Ferienhaus. Die beiden verbringen ein paar Tage dort, kochen zusammen und reden, und irgendwann schlafen sie auch miteinander. Doch was sich wie eine unschuldige Liebe anhört, hat für beide bittere Konsequenzen: Sie ist erst 14 Jahre alt, ihr Liebhaber ist mehr als 30 Jahre älter - und ihr Biolehrer.

Mit sauber gescheitelten, braunen Haaren und hellem Hemd sitzt der 46-Jährige Monate später auf der Anklagebank des Hamburger Landgerichts. Regungslos nimmt er an der Verhandlung teil. Als er sich zu der Sache einlässt, wirkt er großspurig. Schon häufiger sei er von Schülerinnen umschwärmt worden, sagt er. Die 14-Jährige sei ihm regelrecht nachgelaufen, habe immer wieder nach Treffen gefragt. Als er sich von ihr trennen wollte, habe sie gedroht, sich etwas anzutun, deswegen habe er die Beziehung aufrecht erhalten. Als ihre Aussage bei der Staatsanwaltschaft als Video im Gerichtssaal gezeigt wird, verzieht er immer wieder das Gesicht und schüttelt mit dem Kopf.

Bis zu seinem Auftritt vor Gericht schien der 46-Jährige vieles in seinem Leben richtig gemacht zu haben: Ein solider Beruf, seit über 20 Jahren verheiratet, drei Kinder, ein Haus. Mit einer Kritzelei beginnt das Familienidyll jedoch zu zerbrechen: „Ich liebe Sie“, hinterlässt die 14-Jährige auf einem Gehweg an ihren Lehrer. Dann schickt sie ihm eine Facebook-Einladung, die beiden beginnen sich zu schreiben, bis zu drei Stunden am Tag. Dass das keine normale Lehrer-Schüler-Beziehung ist, will der Angeklagte nicht gemerkt haben - zumindest noch nicht. Aus der Schwärmerei wird eine Affäre.

„Ich würde dich gerne sehen, auch wenn es verrückt, gefährlich und fast unmöglich ist“, schreibt er seiner Schülerin im Internet-Chat. Dass er sie berühren will, lässt er das Mädchen wissen. Und: „Ich werde dich ohnehin nicht gehen lassen. Bitte lass mich nicht alleine.“ Sie antwortet: „Sie wissen gar nicht, wie glücklich Sie mich machen. Ich vermisse Sie.“ Bis zum Ende spricht sie ihren Lehrer beim Nachnamen an, um sich in der Schule nicht zu verplappern. Im August vergangenen Jahres kommt die letzte Nachricht: „Ich bin so gut wie tot. Die Polizei ist schon da.“

Jetzt steht er vor dem Trümmern seines Lebens, sagt der Verteidiger des 46-Jährigen am Freitag. Warum hatte er sich überhaupt auf die Affäre mit der Schülerin eingelassen, obwohl er ein erfahrener Lehrer war und wusste, was auf dem Spiel stand? Warum beendete er das Ganze nicht, als die Affäre zwischendurch schon abflaute? Und warum zog er nicht einmal einen Schlussstrich, als schon die Polizei vor der Tür stand und er suspendiert wurde? Der Vorsitzende Richter ist ratlos. „Unverständnis“, das Wort sagt er am Freitag gleich mehrmals. Und: „Mitleid“.

Das Gericht verurteilt den Angeklagten schließlich zu 15 Monaten Haft auf Bewährung. Damit verliert er seinen Beamtenstatus, als Lehrer wird er wohl nie wieder arbeiten können. Inzwischen ist er auch wieder in sein Haus gezogen, zu seiner Frau und seinen drei Kindern. Sie lasse ihn jetzt nicht fallen, sagt der 46-Jährige über seine Frau. Zu dem Mädchen habe er keinen Kontakt mehr. Ob es das Ganze Wert war, will eine Reporterin im Anschluss an den Richterspruch von dem Angeklagten wissen. „Falsche Frage“, antwortet er ihr und verschwindet.

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