Um ihren Kindern einen guten Schulstart zu sichern, können Eltern richtig konspirativ werden. Da wird notfalls auch eine falsche Adresse angegeben, damit der Nachwuchs auf der Wunsch-Schule landet. Die nötigen Tipps gibt es in Elternforen. Doch die Behörde kennt das Problem und schläft nicht. Die Konsequenzen sind fatal.
Weil eine Familie aus Lurup ihr Kind unbedingt auf einem beliebten Eimsbütteler Gymnasium unterbringen wollte, hatten die Eltern kurzerhand bei der Anmeldung eine Adresse in unmittelbarer Nachbarschaft zur Schule genannt. Denn je kürzer der Schulweg, desto größer die Chance, angenommen zu werden. Mit Erfolg. Später auf den Klassenlisten im Unterricht stand dann aber die echte Luruper Adresse. Einer Mutter fiel das auf und sie meldete es dem Schulleiter.
Bei einem Adressenabgleich fiel dann sofort auf, dass es sich bei der Eimsbütteler Adresse um ein Geschäftshaus ohne Wohnungen handelte. Das Kind musste die Schule sofort verlassen - nur fünf Wochen nach Schulstart. Und die Eltern mussten eine Schule akzeptieren, die bereit war, ihr Kind so spät noch aufzunehmen.
Laut Schulbehörde fliegt diese Trickserei in Einzelfällen auf. „Wir gehen aber bei den stark angewählten Schulen von einer Dunkelziffer aus“, sagt Peter Albrecht, Sprecher der Bildungsbehörde. Getrickst werde besonders bei den weiterführenden Schulen. Sehr beliebt sind etwa die drei Eimsbütteler Gymnasien, die Klosterschule (St. Georg), die Max-Brauer-Schule und die Stadtteilschulen Bergedorf und Harburg. „Es gibt da bei den Schulen kein Misstrauensklima gegenüber den Eltern“, versichert Albrecht. „Aber die Meldeadressen werden schon fortlaufend aktualisiert.“
In den vergangenen Jahren hat aber auch die Trickserei bei den Grundschulen zugenommen, besonders in den Gebieten Altona, Sternschanze und Eimsbüttel. Dort sind die sozialen Gefälle innerhalb der Quartiere besonders groß. Gebildete Familien fürchten, dass ihre Kinder in Schulen landen, in denen vor allem Kinder aus sozial belasteten Familien unterrichtet werden.
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