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Empfehlen | Drucken | Kontakt Datum: 19.4.2012

Todesfahrer von Eppendorf: Caesar S.: Wird seine Verlobte auch angeklagt?

Von Stephanie Lamprecht
Caesar S. (39) vor Gericht.
Caesar S. (39) vor Gericht.
Foto: Patrick Sun

Hat sie sich aus Liebe strafbar gemacht? Nina P. (37), Verlobte des Todesfahrers von Eppendorf, wird möglicherweise wegen uneidlicher Falschaussage angeklagt. Sie hatte vor Gericht behauptet, nichts von der Epilepsie-Erkrankung ihres langjährigen Lebensgefährten gewusst zu haben. Am Donnerstag wurde klar: Das kann nicht stimmen.

Es sind zwei frühere Kolleginnen ihres Verlobten, die Nina P. in Bedrängnis bringen. Die Frauen schilderten, wie Caesar S. (39) seit 2004 mehrmals im Büro Krampfanfälle erlitten und sich dabei auch eingenässt habe: „Wir riefen dann Nina an und sie kam mit trockenen Sachen und hat ihn abgeholt“, so die Sekretärin. Caesar S. war von 2004 bis 2011 in der Immobilienfirma beschäftigt.

Die Mitarbeiterin berichtete auch von einem Gespräch, das sie bereits vor Jahren mit Caesar S. geführt habe: „Er sagte, seine Freundin habe sich erst gewundert, was mit ihm los sei, aber inzwischen wisse sie Bescheid.“ Die Vorsitzende Richterin daraufhin zur Staatsanwältin: „Sie sollten über die Einleitung eines Verfahrens gegen Nina P. nachdenken.“

Die Kolleginnen belasteten den Angeklagten schwer: „Wir alle haben ihn immer wieder darauf angesprochen, wie gefährlich es ist, wenn er Auto fährt“, sagte eine der Frauen: „Wir kannten ja seine Anfälle und die Angst, dass er einmal andere Menschen verletzt, schwebte immer über uns.“

Caesar S. hatte drei schwere Autounfälle während der Dienstzeit verursacht. „Ich hatte das Gefühl, dass er seine Krankheit nicht akzeptierte“, sagte eine Sekretärin, „das Wort Epilepsie sprach er nie aus, behauptete, an den Unfällen seien technische Defekte schuld.“

Caesar S. verursachte am 12. März 2011 in Eppendorf einen Unfall, bei dem vier Menschen starben. Er sitzt mit versteinertem Gesicht im Gerichtssaal, verzog auch bei den Aussagen seiner Ex-Kolleginnen keine Miene. Immerhin, so deutete es sein Verteidiger an, will Caesar S. am Montag vielleicht sein Schweigen brechen.

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