Hat sie sich aus Liebe strafbar gemacht? Nina P. (37), Verlobte des Todesfahrers von Eppendorf, wird möglicherweise wegen uneidlicher Falschaussage angeklagt. Sie hatte vor Gericht behauptet, nichts von der Epilepsie-Erkrankung ihres langjährigen Lebensgefährten gewusst zu haben. Am Donnerstag wurde klar: Das kann nicht stimmen.
Es sind zwei frühere Kolleginnen ihres Verlobten, die Nina P. in Bedrängnis bringen. Die Frauen schilderten, wie Caesar S. (39) seit 2004 mehrmals im Büro Krampfanfälle erlitten und sich dabei auch eingenässt habe: „Wir riefen dann Nina an und sie kam mit trockenen Sachen und hat ihn abgeholt“, so die Sekretärin. Caesar S. war von 2004 bis 2011 in der Immobilienfirma beschäftigt.
Die Mitarbeiterin berichtete auch von einem Gespräch, das sie bereits vor Jahren mit Caesar S. geführt habe: „Er sagte, seine Freundin habe sich erst gewundert, was mit ihm los sei, aber inzwischen wisse sie Bescheid.“ Die Vorsitzende Richterin daraufhin zur Staatsanwältin: „Sie sollten über die Einleitung eines Verfahrens gegen Nina P. nachdenken.“
Die Kolleginnen belasteten den Angeklagten schwer: „Wir alle haben ihn immer wieder darauf angesprochen, wie gefährlich es ist, wenn er Auto fährt“, sagte eine der Frauen: „Wir kannten ja seine Anfälle und die Angst, dass er einmal andere Menschen verletzt, schwebte immer über uns.“
Caesar S. hatte drei schwere Autounfälle während der Dienstzeit verursacht. „Ich hatte das Gefühl, dass er seine Krankheit nicht akzeptierte“, sagte eine Sekretärin, „das Wort Epilepsie sprach er nie aus, behauptete, an den Unfällen seien technische Defekte schuld.“
Caesar S. verursachte am 12. März 2011 in Eppendorf einen Unfall, bei dem vier Menschen starben. Er sitzt mit versteinertem Gesicht im Gerichtssaal, verzog auch bei den Aussagen seiner Ex-Kolleginnen keine Miene. Immerhin, so deutete es sein Verteidiger an, will Caesar S. am Montag vielleicht sein Schweigen brechen.
Tot: Schauspieler Dietmar Mues (65) und seine Frau Sibylle (60): Der Schauspieler war mit seiner Frau zu Fuß unterwegs. Er wurde von dem Auto erschlagen und starb an der Unfallstelle. Um das Leben von Sibylle Mues kämpften die Ärzte noch im Krankenhaus – vergebens. Mues ist sowohl als Theater- als auch als Filmschauspieler bekannt. Lange Zeit war er Ensemble-Mitglied am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Mues arbeitete als Drehbuchautor und Hörbuchsprecher. Das Foto zeigt die Schauspielerfamilie Mues mit Sohn Woody (v.l.), Mutter Sybille, Vater Dietmar und Sohn Wanja bei einer Feier in Schmidt's Tivoli auf der Reeperbahn 2007.
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Am Tag nach dem Unfall-Drama versammeln sich viele Anwohner an der Unglücksstelle, zünden Kerzen an und legen Blumen nieder.
Foto: Röer
Kreuzung Eppendorfer Landstraße/Eppendorfer Baum. Beim Horror-Unfall vom 12. März wurde Ex-„Thalia“-Intendant Peter Striebeck (73) verletzt. Es starben Autor Günter Amendt (70) und das Schauspielerehepaar Dietmar (65) und Sibylle Mues (60).
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Am Tag nach dem Unfall-Drama versammeln sich viele Anwohner an der Unglücksstelle, zünden Kerzen an und legen Blumen nieder.
Foto: Röer
Barmbek oder Blankenese, Eimsbüttel oder Eppendorf: Machen Sie den Test, welcher Hamburger Stadtteil am besten zu Ihnen passt!
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