Stau-Wut! Es ist seit Wochen ein gewohntes Bild: Blechlawinen vorm Elbtunnel. Die Nerven der Autofahrer liegen blank, die Wut ist groß.
Die MOPO begab sich auf Stau-Ursachenforschung und sah sich in der Zentrale des Tunnelbetriebes um. Hier soll eigentlich für freie Fahrt gesorgt w erden.
Was ist das Problem?
Zwei Wochen lang wurde der Elbtunnel abends – ausgerechnet im Berufsverkehr – für fast eine halbe Stunde komplett gesperrt. Jetzt kam raus: Die Autofahrer wurden über diese langgeplante Maßnahme bewusst nicht informiert.
Warum gab es keine Informationen?
Bei der zuständigen Verkehrsbehörde sah man keinen Anlass, die Autofahrer über alle Medien zu informieren. „Es wurde lediglich über Rundfunksendungen gewarnt“, erklärt Behördensprecherin Helma Krstanoski. Um 30 Minuten Stau zu umfahren, würde es sich nämlich nicht lohnen, eineinhalb Stunden Umweg in Kauf zu nehmen.
Warum wurde gesperrt?
Aufgrund von Bauarbeiten wurde ab 19.30 Uhr der gesamte Tunnel in beide Richtungen komplett gesperrt. Dafür wurde zuerst Röhre 2 geschlossen und der Verkehr durch die Röhren 3 und 4 geleitet. Nach einer Vollsperrung von etwa 20 Minuten wurde der Verkehr wieder freigegeben.
Warum regen sich die Autofahrer so sehr auf?
Weil sich ihnen seit Wochen immer das gleiche Bild bietet: Stau und stockender Verkehr vor dem Elbtunnel. Am Donnerstag erreichte das Stau-Chaos rund um den Tunnel seinen Höhepunkt: 23 Kilometer Blechlawine ab Quickborn.
Was sagen die Verantwortlichen?
Andree Poggendorf (50), der Leiter der Tunnelbetriebe, glaubt, dass die Probleme vor allem am Verkehrsaufkommen liegen. Ferienbeginn, Rushhour, Baustellen – alles Faktoren, die schnell zu stockendem Verkehr oder gar Stau führen können. Dazu kommt noch ein Problem: die Autofahrer selbst. „Viele Verkehrsteilnehmer verhalten sich leider unsachgemäß“, sagt Poggendorf. Sie würden auf die Steigung von drei Prozent nicht reagieren, kein Gas geben, deshalb langsamer werden. Folge: Wieder Stau!
Welche Konsequenzen ziehen die Verantwortlichen?
Helma Krstanoski sagt, dass ihre Behörde in Zukunft auch kurzfristige Sperrungen größer ankündigen will – um ein solches „Dilemma“ künftig zu vermeiden.
Und was passiert in der Tunnelbetriebszentrale?
24 Stunden am Tag wird dort der Verkehr rund um den Elbtunnel und in den Röhren kontrolliert und gesteuert. Drei Mitarbeiter von der Feuerwehr, Polizei und Betriebstechnik sind in der Zentrale über dem Tunnel im Dauereinsatz, damit durchschnittlich 120.000 Fahrzeuge täglich durch die Röhren kommen.
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