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Richie Löffler: Super-Skater düst durch die U4-Röhre

Einfach geil, dieses Feeling! Richie Löffler gibt in der Röhre Gas.
Einfach geil, dieses Feeling! Richie Löffler gibt in der Röhre Gas.
 Foto: Lotte & Ede

Mit Helmen und Gummistiefeln geht es über eine Stahltreppe tief runter. Die Erde erinnert an ein geöffnetes Löwenmaul, Wasser rinnt die Schachtwände hinab. Richie Löffler drückt beim Abstieg zum U4-Tunnel sein Board fest an sich. Eine abgefahrene Premiere: Für den Skate-Profi eine Jungfernfahrt am Jungfern-stieg. Löffler guckt in die Röhre, klettert hinein und springt auf sein Brett. Staub wirbelt auf, die Rollen klackern über den Beton.

Der Skateboard-Star saust zwanzig Meter unter der Erde die Wände hoch. Immer wieder hebt das Brett samt Mann ab und schießt wie ein fliegender Teppich durch die Röhre. Plötzlich spritzt eine Fontäne durch eine Wand – es ist das Kühlwasser vom Bohrer der Gegenseite! Ein historischer Moment: Der erste Millimeter-Durchbruch zum bestehenden Streckennetz ist hiermit gemacht. Richie Löffler kommt zum Stehen und jubelt: „Wahnsinn! Dreckig, aber gut hier. Für mich als Hamburger ist es ein Traum, dass ich der erste rollende Mensch in diesem U-Bahntunnel bin. Ein sehr weltoffener Zug der Hochbahn, dass sie mir das erlauben.“

Hochbahn-Pressesprecher Christoph Kreienbaum (49) guckt neidisch und sagt: „Könnte ich Skateboardfahren, würde ich das auch hier machen wollen.“ Löffler, mehrfacher Deutscher Meister und Chef vom „Mantis Lifestyle“-Store in der Großen Theaterstraße, hat zwei Stunden freie Fahrt – ein halbes Jahr musste er darauf warten. Der Genehmigungsantrag lief über drei Ecken, genauer gesagt: über den Zement-Lieferanten der Röhre. „Mit dem plane ich mein nächstes Projekt“, erklärt Löffler. Er will auf dem Dach der S-Bahn Landungsbrücken einen Skatepark mit Kunst-Skulpturen bauen. Dem Abstieg in die Tiefe folgt jetzt der Griff nach den Sternen.

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