In zwei Wochen soll es das Urteil im Fall des mutmaßlichen HSV-Bombenbastlers geben. Jetzt wurde bekannt: Der Hamburger SV hat längst reagiert und Torben T. (22) für drei Jahre aus dem Stadion verbannt. Drei Jahre – die höchstmögliche Strafe.
36 Monate darf Torben T. kein Stadion der ersten drei deutschen Fußball-Ligen betreten. Das Verbot gegen den 22-jährigen Lagerlogistiker war unmittelbar nach dem Fund der Rauchbomben am 2. Februar 2011 verhängt worden – obwohl T.s Schuld nicht bewiesen ist. Dazu HSV-Sprecher Jörn Wolf: „Aufgrund der Persönlichkeitsrechte möchten wir das nicht kommentieren.“
Vier Tage vor dem Stadtderby (wurde später wegen des schlechten Rasens auf den 16. Februar verlegt) waren im Gästeblock (14B, Reihe 1) drei Rauchbomben entdeckt worden. Laut Staatsanwaltschaft sollten die Sprengsätze zwei Minuten vor Anpfiff hochgehen und den St.Pauli-Block in blau-weiß-schwarzen (die Farben des HSV) Rauch hüllen. Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers: „Jede Bombe hätte mehrere Personen schwer verletzen können.“
Torben T. muss sich wegen des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und der versuchten gefährlichen Körperverletzung verantworten. Die Zeugenaussagen und Indizien sprechen gegen den 22-Jährigen: Laut dem Fanbeauftragten Mike Lorenz hatte sich T. am 2. Februar als Einziger den Schlüssel für den Fanraum ausgeliehen und damit Zutritt zum Stadion. Außerdem meldete sich laut Polizei am selben Tag ein anonymer Anrufer beim HSV: Bei dem Bombenleger handele es sich um „Torben“, dieser habe schon mehrfach mit Pyrotechnik hantiert. Und: In T.s Wohnung fanden die Ermittler Sprengstoffe.
Torben T., Mitglied der Ultra-Gruppe „Poptown“, schweigt zu den Vorwürfen, sagt kein einziges Wort. Ihm droht eine Haftstrafe von mindestens einem Jahr. Weil die Bomben letztlich aber nicht hochgegangen sind, es deshalb beim Versuch blieb und T. nicht vorbestraft ist, kommt er womöglich mit einer Bewährungsstrafe davon. Am 22. Februar soll das Urteil gesprochen werden.
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