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Empfehlen | Drucken | Kontakt Datum: 23.4.2012

Ohne Scheu und Scham: Hamburgs Sex-Autorinnen: Jung, talentiert, tabulos

Rosa Sophie Mai (26) aus Eimsbüttel hat den Roman „Unanständig“ (kl. Foto) geschrieben. Darin schildert sie ihre eigenen Bettgeschichten, die sie als Single erlebt hat.
Rosa Sophie Mai (26) aus Eimsbüttel hat den Roman „Unanständig“ (kl. Foto) geschrieben. Darin schildert sie ihre eigenen Bettgeschichten, die sie als Single erlebt hat.
Foto: Schwarzkopf und Schwarzkopf

„Arschbacken kneten“, „Schwanz im Mund“ – Charlotte Roche (34) kennt keine Tabus. Und damit ist die Bestseller-Autorin längst nicht mehr allein. Seit sie mit ihren Romanen „Feuchtgebiete“ und „Schoßgebete“ unglaubliche Erfolge feierte, schreiben immer mehr junge Frauen schonungslose Sex-Schmöker. Der „Anais“-Verlag hat eine ganze Reihe zum Thema herausgebracht. Wer steckt hinter diesen Geschichten? Und was macht den Reiz am Schreiben aus?

Die MOPO stellt im Folgenden drei Autorinnen vor.

„Er zieht mir erregt mein Kleid über den Kopf und reißt meinen BH nach oben. Sein harter Schwanz fühlt sich großartig in meiner Hand an. Ich möchte ihn in den Mund nehmen.“ Es sind ihre eigenen wilden Bettgeschichten, die Rosa Sophie Mai (26) aus Eimsbüttel auf 260 Seiten preisgibt. „Unanständig“ heißt ihr Debütroman.

„Ich schreibe für Frauen“, sagt sie. „Mir ist es wichtig, ihnen zu sagen: Lebt euch sexuell aus! Mir hat das selbst auch gutgetan. Denn Frauen, die viele Männer haben, werden ja immer noch als Schlampe abgestempelt.“ Rosa Sophie Mai arbeitete früher als Redakteurin bei „Radio Hamburg“ und als Synchronsprecherin. „Aber ich wollte eigentlich immer schon schreiben“, sagt sie. Erste erotische Anekdoten veröffentlicht sie 2009 in einem Blog im Internet.

Der Roman Unanständig von Roas Sophie Mai
Der Roman "Unanständig" von Roas Sophie Mai
Foto: hfr

„Ich hatte zum Beispiel mal Sex mit einem Typen nach einer Party. Währenddessen sagte er plötzlich: ,Und jetzt Galopp!‘ Dann folgte ein Rammeln wie von einem tollwütigen Kaninchen. Ich schreibe über reale Erlebnisse, mit viel Ironie“, so Mai. Und so viel Offenheit kommt an. Schon nach einem Monat rief der Verlag an.

Nach dem Debütroman trudelten auch etliche E-Mails männlicher Leser ein: „Einige waren wirklich eklig“, sagt Mai. „Dann habe ich auf Facebook mal etwas klargestellt: Nur weil ich über Sex schreibe, heißt das nicht, dass ich mit jedem Sex habe.“

Sex ist ... sich fallen zu lassen.

Die Dinge beim Namen zu nennen ... macht einfach Spaß!

Literatur bedeutet für mich ... eine große gedankliche Freiheit.

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