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Nepp auf dem Kiez: Die Masche der Abzock-Bars

In einer Tabledance-Bar räkelt sich eine Stripperin an der Stange.
In einer Tabledance-Bar räkelt sich eine Stripperin an der Stange.
Foto: RUEGA

Das Gläschen Sekt kostet 180 Euro. Ein Kurzer kann mit 55 Euro zu Buche schlagen. Gerne stehen auch mal Getränke auf der Rechnung, die der Gast überhaupt nicht getrunken hat. Die Abzocke in einigen Tabledance-Bars auf dem Kiez ist massiv. Sogar Frauen müssen sich mittlerweile vorsehen. MOPO.DE beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wie funktioniert die Abzocke? Die Preise für Getränke in den Tabledance-Bars sind deutlich höher als in normalen Kneipen (Ein Bier kostet um die 13 Euro). Das hat seinen Grund: Seriöse Strip-Clubs wie etwa "Susis Showbar" kosten keinen Eintritt, mit den Getränkekosten bezahlt der Gast für die Show der Tänzerinnen an der Stange. So weit, so fair. Die schwarzen Schafe unter den Tabledance-Clubs nutzen die höheren Preise allerdings schamlos aus aus: Die Stripperinnen setzen sich zu den Gästen und wollen "nur Einen mittrinken". Das Wort "einladen" fällt meist gar nicht, doch der Gast darf sich sicher sein: Der Preis für das Getränk der Dame geht auf seine Rechnung...

Zuschauer beobachten die Tänzerinnen in einer Abzock-Bar auf dem Kiez.
Zuschauer beobachten die Tänzerinnen in einer Abzock-Bar auf dem Kiez.
Foto: rüga

Gibt es noch andere Methoden? Ja. In mindestens einem bekannten Fall, scheint ein Schweizer in der "Barracuda-Bar" nach allen Regeln der Kunst ausgenommen worden zu sein. Im November 2012 standen eine Barfrau und zwei Animierdamen der Barracuda-Bar (Reeperbahn 148) vor Gericht. Sie sollen laut Anklage der Staatsanwaltschaft einen 35-Jährigen Gast mit K.O.-Tropfen im Jägermeister betäubt und dem Schweizer anschließend mit seiner EC-Karte 2400 Euro vom Konto abgeräumt haben. Sie wurden aber aus Mangel an Beweisen freigesprochen...

Was passiert, wenn der Gast nicht zahlen will? Wer nicht aufpasst, bekommt in den Strip-Bars schnell eine Rechnung von mehreren Hundert Euro serviert. Widerworte werden mit Drohgebärden abgewiegelt. Schnell stehen muskelbepackte Türsteher am Tisch und schüchtern den Gast so ein, dass er zahlt. Einigen Gästen gelingt es, sich mit dem Betreiber auf einen "Kompromiss" zu einigen. Das ist meist aber immer noch die Hälfte von der ursprünglichen Rechnung...

Kann ich mich wehren? Gäste, die sich betrogen fühlen, sollten zur Polizei gehen. Wer sich bedrängt fühlt, sollte die Beamten rufen. In den meisten Fällen läuft das Gespräch mit den Polizisten auf eine Anzeige wegen Betruges hinaus.

Tänzerinnen in einer Abzock-Bar.
Tänzerinnen in einer Abzock-Bar.
Foto: RUEGA

Was unternimmt die Polizei sonst noch? Regelmäßig stehen die Beamten zur Razzia vor der Tür der einschlägigen Läden. Zuletzt wurden bei einer Razzia im November einschlägige Tabeldance-Bars (etwa "Baby Doll", "Barracuda" und "Tutti Frutti") von Polizisten und Steuerfahndern durchsucht. Den Besitzern wurde vorgeworfen, nicht nur Kunden abgezockt, sondern auch den Fiskus beschissen zu haben. In den Bars wurden offenbar die horrenden Getränkepreise kassiert, bei der Steuererklärung aber normaler Preise verrechnet und die Differenz an der Steuer vorbeigeschmuggelt. Die Ermittlungen laufen.

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