Es ist noch immer nicht klar, wie sich das tote Mädchen mit EHEC infiziert hat.
In den 20 Lebensmittelproben (Käse, Wurst, Obst, Gemüse), die im Haushalt der Familie und in Lebensmittel-Geschäften vor Ort genommen wurden, wurde kein EHEC-Erreger gefunden. Das Hygiene-Institut untersuchte die Proben am Montag unter Hochdruck, konnte aber nichts finden. Nun soll eine zweite Fachmeinung eingeholt werden. Dazu schickt Hamburg die Proben an das nationale Referenzzentrum nach Berlin.
Das Gesundheitsamt geht davon aus, dass das Kind sich bereits vor rund 20 Tagen angesteckt hat. Aus dieser Zeit gibt es aber keine frischen Lebensmittel mehr im Haushalt der Familie, was es schwer macht, den Übertragungsweg zu ermitteln. Eltern und Geschwister haben sich nicht mit EHEC infiziert.
Eine weitere zentrale Frage ist noch nicht beantwortet: Handelt es sich womöglich um den gleichen aggressiven Erreger wie 2011? Er war Antibiotika-resistent. Die Fachleute gehen bisher nicht davon aus, konkrete Ergebnisse liegen aber erst Ende der Woche vor. (san)
Der Darmkeim Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) kann beim Menschen blutige Durchfallerkrankungen auslösen. Er stammt vor allem aus den Därmen von wiederkäuenden Tieren wie Rindern, Schafen oder Ziegen.
Die Keime werden über die Nahrung oder fäkalienverseuchtes Wasser aufgenommen. Im Mai 2011 bricht in Deutschland eine bis dahin beispiellose EHEC-Krankheitswelle aus. Fast alle Betroffenen sind in Norddeutschland, viele in Hamburg. 50 Menschen sterben.
Quelle des Erregers ist laut dem Robert Koch-Institut mit EHEC infiziertes Sprossengemüse aus Ägypten. Und nicht wie zunächst angenommen Gurken, Salat und Tomaten aus Spanien. Ende Juli 2011 erklärt das Institut die Epidemie für beendet.
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