Nachrichten
Aktuelle Nachrichten aus Hamburg

Empfehlen | Drucken | Kontakt Datum: 

Kinderkompetenz-Zentrum am UKE: Dragana Seifert entlarvt brutale Eltern

Dragana Seifert (53) studiert im UKE Röntgenaufnahmen.
Dragana Seifert (53) studiert im UKE Röntgenaufnahmen.
Foto: dapd

Von den Eltern geschlagen, getreten, misshandelt: Knapp 100 Kinder wurden seit Januar im Kinderkompetenz-Zentrum am UKE untersucht. „Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr“, sagt Koordinatorin Dragana Seifert (53).

Wenn Kinder ganz offensichtlich misshandelt wurden, gehen die Ärztin und ihr Team auf Spurensuche – und entlarven in vielen Fällen die Brutalo-Eltern. Die MOPO hat mit Seifert über ihre Arbeit gesprochen.

MOPO: Wie kommt es zu der Untersuchung im Kinderkompetenz-Zentrum?
Seifert: Ein Großteil der Kinder wird vom Jugendamt geschickt. Teilweise wenden sich aber auch Lehrer, Kindergärtner oder Ärzte an uns. Manchmal kommen auch Eltern, die vermuten, dass ihr Kind verletzt worden ist.“

MOPO: Ist die Untersuchung im Kinderkompetenz-Zentrum für Eltern und Kinder verpflichtend, wenn ein Misshandlungsverdacht gemeldet wird?
Seifert: Wenn das Jugendamt eine Untersuchung anordnet, dann können die Eltern das nicht verweigern. Allerdings darf kein Kind gegen seinen Willen untersucht werden.

MOPO: Was für Verletzungen haben die Kinder in der Regel?
Seifert: Die Verletzungen sind Folgen körperlicher Gewalt. In der Regel sind es keine schwerwiegenden Verletzungen. Knochenbrüche etwa kommen selten vor. Man kann sagen, dass es meist Verletzungen sind, bei denen das Kind nicht im Krankenhaus behandelt werden muss.

MOPO: Wie alt sind die Kinder, die zu Ihnen geschickt werden?
Seifert: Zwischen null und 14 Jahren. Die meisten Patienten sind nicht älter als zehn Jahre.

MOPO: Kommen Ihre kleinen Patienten in erster Linie aus Problemfamilien?
Seifert: Nein. Die Eltern und Kinder kommen aus allen Gesellschaftsschichten.

MOPO: Wie erklären Sie die Zunahme der Misshandlungsfälle in diesem Jahr?
Seifert: Ich vermute, dass es etwas mit der Gesellschaft zu tun hat. Die Menschen sind sensibler geworden, wenn es um Gewalt gegen Kinder geht. Das betrifft nicht nur Lehrer, Ärzte und Kindergärtner, sondern auch Nachbarn und Freunde, die sich bei uns melden.

MOPO: Versuchen die Eltern, die Verletzungen ihrer Kinder zu erklären?
Seifert: Ja. Die Eltern erzählen uns manchmal, wie es zu den Verletzungen gekommen sein soll. In den meisten Versionen ist das Kind gefallen, verunglückt oder von Geschwistern geschlagen worden. Wir prüfen dann, ob die Art der Verletzung mit dem beschriebenen Unfallmechanismus zusammenpasst.

MOPO: Wie häufig erweisen sich die Erklärungen als Schutzbehauptungen?
Seifert: In zwei Dritteln der Fälle ist die Version der Eltern nicht wahr.

MOPO: Welche Konsequenzen hat ein nachgewiesener Misshandlungsfall?
Wir vom Kinderkompetenz-Zentrum leiten natürlich keine strafrechtlichen Schritte ein. Aber wir informieren das Jugendamt. Dieses muss den Vorfall dann der Polizei melden und kann entsprechende Hilfsangebote machen.

Kommentare
Von 21 Uhr abends bis 8 Uhr morgens können Sie hier keine Kommentare schreiben. Wir bitten um Verständnis.
Weitere Meldungen Nachrichten
Der mutmaßliche Täter Stefan G. (21)

Kurzes Haar, kräftige Statur, Schlabber-Klamotten: Das ist der mutmaßliche Mörder von Anothai S. Nach der tödlichen Messer-Attacke auf den 26-jährigen in Jenfeld hat die Polizei den Tatverdächtigen Stefan G. (21) festgenommen.   mehr...

Noch ist hier Baustelle: Im März will das „Mehr! Theater“ am Großmarkt Eröffnung feiern.

Normalerweise wuseln Obst- und Gemüsehändler auf dem Großmarkt (Hammerbrook) herum. Bald wird man hier auch Frauen in Abendrobe und Männern im Smoking begegnen. Denn das „Mehr! Theater“ feierte am Freitag Richtfest, am 7. März öffnet das Haus zum ersten Mal für Gäste. Mehr Kultur für Hamburg.  mehr...

Wolfgang Vacano (73), Leiter des Altonaer Stadtarchivs, vor dem Schild des ehemaligen Bismarck-Bads. In seiner Hand eine alte Fliese mit Wassertiefenanzeige.

Die Seele Altonas – sie lebt in einem unscheinbaren Keller an der Max-Brauer-Allee. Hier lagern Dinge, die das Bild des Stadtteils einst prägten. Und die schon fast vergessen sind. Das Schild des abgerissenen Bismarck-Bads, ein altes Glasfenster aus dem geschlossenen „Woodpecker“, eine Wasserdüse von 1974 aus dem Fischmaul des Stuhlmannbrunnens.  mehr...

Aktuelle Verkehrslage in Hamburg
Spritpreismonitor
Hier zum kostenlosen Newsletter anmelden






Aktuelle Videos

Barmbek oder Blankenese, Eimsbüttel oder Eppendorf: Machen Sie den Test, welcher Hamburger Stadtteil am besten zu Ihnen passt!

Die besten Hamburg-Tipps

So wird der Kiez-Abend ein Erfolg: MOPO.DE zeigt Ihnen zehn lustige Party-Anwendungen für das Smartphone.

Buli-Cup
Auf Facebook empfohlen
  • 9.326,87 Punkte +212,03 (+2,33%)
  • 16.134,25 Punkte +279,16 (+1,76%)
  • 1.242,32 Punkte +14,17 (+1,15%)
  • 16.413,76 Punkte +755,56 (+4,83%)
  • 1,2535 EUR -0,0085 (-0,67%)
in Zusammenarbeit mit Finanzen100.de
Kinoprogramm
Alle Neustarts diese Woche: Alle Filme von heute: Alle Kinos:
Kino oder Film suchen
Suchen
Kinofilm, Schauspieler oder Regie
Kino, PLZ oder Ort