Anhänger der Occupy-Bewegung haben am Sonnabend den Apple-Store am Jungfernstieg gestürmt. Sie ketteten sich an ein Geländer, verteilten Flugblätter und erzwangen die frühzeitige Schließung des Geschäfts. Die Maskierten machten aufmerksam auf menschenunwürdige Arbeitsbedingungen in Apple-Zulieferfirmen in China.
Die zehn Aktivisten gehören zur „Operation Garten Eden“, einer Untergruppierung von Occupy. Mit Handlautsprechern verschafften sie sich Gehör. „Wir empören uns über Ausbeutung und Profit“, heißt es auf einem ihrer Flugblätter. Der Store-Betreiber rief die Polizei. Eine Person wurde in Gewahrsam genommen.
Die Aktion richtete sich insbesondere gegen den taiwanesischen Konzern Foxconn. Der weltgrößte Elektronikhersteller hat rund 800000 Mitarbeiter, produziert unter anderem in China iPhones und iPads – und den Arbeitern dort soll es so schlecht gehen, dass sich immer wieder welche vor Verzweiflung vom Firmendach stürzen. Allein 2010 waren es 14 Suizide.
Vor allem in den chinesischen Produktionsstätten sollen Zustände herrschen, wie es sie vielleicht vor 100 Jahren in Europa gab: Strenge militärische Disziplin verbietet den Arbeitern das Reden. Auf die Toilette dürfen sie nur zu festgelegten Zeiten. Die Beschäfigten arbeiten 15 Stunden oder mehr pro Tag, erhalten dafür im Schnitt einen Monatslohn von lediglich 150 Euro. Ein Foxconn-Mitarbeiter kann sich kaum ein iPhone leisten.
Die Beschäftigten sind gezwungen, auf dem Firmengelände zu wohnen. Sie dürfen das Areal auch nur mit Genehmigung verlassen. Sie schlafen in Baracken, acht bis zehn Personen pro Stube. Die Produktionshallen sind schlecht belüftet und staubig. Wer es wagt, für höhere Löhne zu streiken, wird gefeuert.
Nach den Suiziden hat Foxconn reagiert – zynisch: Es wurden Netze aufgehängt, damit der Sturz vom Dach nicht mehr tödlich endet. Und den Mitarbeitern wurde vertraglich verboten, Selbstmord zu begehen.
Die Occupy-Aktivisten geben Apple eine Mitschuld an den Zuständen. Denn während die Arbeiter mit Hungerlöhnen abgespeist werden, mache der Konzern Riesen-Profite mit seinen teuren Geräten. 60 Prozent betrage die Gewinnmarge beim iPhone.
Ein ehemaliger Apple-Manager hat kürzlich gesagt, die Firma wisse seit mehr als vier Jahren von den schlimmen Arbeitsbedingungen bei Foxconn, ignoriere sie aber ganz bewusst. Apple-Chef Tim Cook widersprach dem: Sein Unternehmen kümmere sich um jeden Mitarbeiter in seiner weltweiten Lieferkette. Es sei eine Beleidigung, wenn behauptet werde, Apple sei die Sache egal.
Barmbek oder Blankenese, Eimsbüttel oder Eppendorf: Machen Sie den Test, welcher Hamburger Stadtteil am besten zu Ihnen passt!
So wird der Kiez-Abend ein Erfolg: MOPO.DE zeigt Ihnen zehn lustige Party-Anwendungen für das Smartphone.