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Ist es wirklich so schlimm wie im Film „Homevideo“?: Mobbing in der Schule

„Homevideo“: Szene aus dem preisgekrönten Film.
„Homevideo“: Szene aus dem preisgekrönten Film.
 Foto: ARD

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Dramatische Lage an Deutschlands Schulen: 32 Prozent aller Jugendlichen zwischen 14 und 20 Jahren waren laut einer Forsa-Umfrage schon einmal Opfer von Cybermobbing. Sie wurden im Internet beschimpft oder bloßgestellt. Der Film „Homevideo“ (heute 20.15 Uhr, ARD), bei dem Mitschüler den Film eines Jungen beim Onanieren ins Netz stellen, greift das Thema auf und hat dafür den Deutschen Fernsehpreis gewonnen. Die MOPO sprach mit der Klasse 11a der Stadtteilschule Bahrenfeld über ihre Erfahrungen.


 Foto: ARD

Amir strahlt. Er war schon mal Opfer von Cybermobbing, kann daran aber nichts Schlimmes finden. „Meine Freunde und ich haben mal versucht, die Wände hochzulaufen, und uns dabei gefilmt. Ich bin rückwärts auf den Boden gekracht. Jemand hat das ins Netz gestellt“, erzählt der 18-Jährige. Wer, das weiß er nicht. „Ich find’s gut und bin stolz. Der Film hat mehr als 20000 Klicks!“

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Auch einen Clip, in dem ein korpulenter Junge von einem kleineren geschubst wird, woraufhin der Dicke den anderen hochhebt und fallen lässt, findet Amir mehr lustig als kritikwürdig. Ein Kichern geht durch die Klasse. Alle kennen den Film. „Sucht ihr nach so etwas?“ „Das wird einem von You Tube ja vorgeschlagen“, lautet die Antwort. Dass man sich solche Filme auch weiterempfiehlt, mag keiner zugeben. Schließlich ist die Lehrerin mit im Raum. Aber in Online-Foren, in denen Tipps schnell in Umlauf gebracht werden können, ist die Mehrheit: Nur fünf der 20 Schüler sind nicht bei Facebook, SchülerVZ, o.Ä. Die anderen betonen, dass sie sich der Gefahren bewusst sind. Ein offenes Profil, das Fremde einsehen können, hat kaum einer. „Ich weiß, dass Facebook nicht sicher ist“, sagt Sinan. „Nur meine Freunde können meine Seite sehen.“ Riko teilt sein Profil nur mit seiner Samba-Gruppe, andere nutzen die Seite zum Chatten, um Handy-Kosten zu sparen. Leute bloßstellen – das gibt es an der Stadtteilschule nach Auskunft der Schüler nicht.

Nur einmal lag ein Sex-Buch auf dem Schulhof. Zwei Mädchen, die vorbeikamen, wurden gefilmt, als sie hineinblickten, und der Clip ins Netz gestellt. „Das gab ordentlich Ärger“, sagt Riko. „Jeder müsste gefragt werden, ob er das will“, findet Amir. Und Jeremias schlägt vor, es müsse jemanden geben, der alles, was ins Netz gestellt wird kontrolliert. „Ohne Regeln geht es nicht.“

Und welche Regeln wären das? „Gewaltvideos darf man nicht zeigen“, meint Adrian. Einen realen Tod oder wie jemand zusammengeschlagen wird nicht und auch keine kompromittierenden Szenen wie in „Homevideo“. Insgesamt sei das Bloßstellen eh ein Mädchenproblem, meint Jeremias. „Wir Männer tragen einen Streit körperlich aus. Mädchen sind mehr passiv-aggressiv. Im Netz gibt es richtige Lästerecken.“ Marie ist empört: „Schlagen ist auch nicht besser!“

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