Sie mussten schuften bis zur totalen Erschöpfung, bekamen kein Geld und nur wenig zu essen. 13 Millionen Menschen aus ganz Europa wurden zwischen 1939 und 1945 in Nazideutschland als Zwangsarbeiter ausgebeutet. Auch in Hamburg. Nur selten wird ihrer gedacht. In Bahrenfeld hat sich jetzt eine Initiative gegründet, die das ändern will.
Nichts erinnert zwischen den roten Backsteinbauten am Friesenweg und an der Griegstraße, wo auch die MOPO ihren Sitz hat, daran, dass hier einmal Holzbaracken gestanden haben. Zugige Hütten, die zu einem der insgesamt 1100 Hamburger Lager gehörten, in denen 500000 Zwangsarbeiter untergebracht waren.
Nichts erinnert an die Menschen, die hier als Sklaven der Industrie gehalten wurden. Männer, Frauen und Kinder, die für Firmen rackerten, die es heute nicht mehr gibt: die Kellram-Käserei, die Ofterdinger Salatfabrik, Hennings Fischkonserven, Oetkers Marzipanfabrik oder die Wollgarnfabrik Tittel & Krüger, um nur einige zu nennen. Vergessen sind die Schläge, der Hunger und das Leid, das diese Menschen hier erleben mussten.
Angesichts der Baumaßnahmen auf dem Gelände fordern Vertreter der heute dort ansässigen Firmen den Grundstückseigentümer zur Anbringung einer Gedenktafel auf. „Wir möchten, dass diese schreckliche Vergangenheit nicht einfach vergessen wird“, so Christine Siems, Leiterin der Elbe-Werkstätten. Auch die Betriebsräte von MOPO, Libri und des Schiffsausrüsters SAM sowie die Kirchengemeinde Tabita und Altona 93 unterstützen das Projekt.
Infos: http://griegstrasse75.wordpress.com
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