Als Hamburgs älteste Baustelle eröffnet wurde, war Willy Brandt Bundeskanzler, Erich Honecker löste Walter Ulbricht an der Spitze des Zentralkomitees der DDR ab. Beide sind längst tot. Das Bauprojekt in Rahlstedt aber ist noch immer nicht abgeschlossen – nach mehr als 41 Jahren. Ein Graffito prangt an dem roten Klinkerbau am Alten Zollweg. Moos hat sich am Türrahmen gebildet. In einigen Fenstern hängen Gardinen. Schauergeschichten machen die Runde.
Angeblich gehe im Gebäude immer mal wieder das Licht an. In Rahlstedt wird es auch das „Geisterhaus“ genannt. Wie verhext auch die Geschichte des Projekts. 1971 erteilte das Bezirksamt die Baugenehmigung für das Haus mit sechs Wohneinheiten. Acht Jahre dauerte es, bis der jetzige Zustand erreicht wurde. Dann herrschte Stillstand. Warum, ist unklar. Gewohnt aber hat dort offiziell bis heute niemand.
Das ärgert nicht nur die Anwohner. „Angesichts der Wohnungsknappheit in Hamburg ist es schwer verständlich, dass seit Jahrzehnten ein fast fertiges Mehrfamilienhaus nicht bezugsfertig wird“, beklagt der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter. Das Problem: Die Verwaltung darf ein nicht fertiggestelltes Gebäude nicht zwangsweise zu einem Wohnhaus machen. Zumal vor einem Einzug eine Menge Arbeit ansteht.
Doch es gibt Hoffnung. Zwar wurde ein 1992 geschlossener Vergleich mit dem Eigentümer nicht durchgesetzt – aber seit dem 3. Januar liegt im Amt die Anfrage eines Interessenten vor. Damit könnte Hamburgs ältestes Bauprojekt endlich beendet werden. Buschhüter: „Jede Wohnung zählt – auch bei einem Erstbezug über 40 Jahre nach Baubeginn.“
Barmbek oder Blankenese, Eimsbüttel oder Eppendorf: Machen Sie den Test, welcher Hamburger Stadtteil am besten zu Ihnen passt!
So wird der Kiez-Abend ein Erfolg: MOPO.DE zeigt Ihnen zehn lustige Party-Anwendungen für das Smartphone.