Hunderte von Beißattacken. Jedes Jahr. Besonders oft beteiligt: beliebte Hunderassen wie Schäferhund, Terrier und Labrador. Nach dem großen Hundereport über die bissigsten Beißer Hamburgs diskutiert jetzt die ganze Stadt. Viele Hundefans und zahlreiche Hundefeinde beharren auf ihren Meinungen, tun die Statistik als „gefälscht“ ab oder fühlen sich „absolut bestätigt“.
Das Hundegesetz erreicht offenbar sein Ziel: Seit der Einführung im Jahr 2006 ist die Zahl der Hundebisse gesunken. Während es im Jahr 2006 noch 384 Beißvorfälle gab – davon 157, bei denen Menschen verletzt wurden – kam es 2010 nur noch zu 270 Vorfällen, darunter 134 mit Menschen. Ganz oben auf der Liste: Schäferhunde (rund 250 Beißvorfälle zwischen 2006 und 2010), gefolgt von Jack Russels (rund 130 Vorfälle) und Labradore (rund 100 Mal).
Dennoch klingelten gestern die Telefone den ganzen Tag, zahlreiche Leserbriefe erreichten die Redaktion, etliche User kommentierten online auf MOPO.de. Das Thema und die Liste der bissigsten Rassen bewegt die Stadt. Janine Moegelin kommentierte beispielsweise auf Facebook: „Hunde werden durch die ‚Auslaufmöglichkeiten‘, den Stadtverkehr und die falsche Haltung aggressiv.“ Basti Hamburg hingegen meint: „Mir tun die Hunde nicht leid, die angefahren werden, Hunde gehören an die Leine!“ Und einer schrieb auf MOPO.de: „Nicht der Hund ist das Problem, es hängt an der anderen Seite der Leine…“
Die MOPO fragte direkt nach und sah sich unter anderem im Volkspark um. Was Hundebesitzer, Jogger und Spaziergänger wirklich denken, lesen Sie in der Umfrage.
Und jetzt laufen die Hunde überall an der Leine außer auf Hundewiesen und gekennzeichneten Freiflächen...besser ist das Bild meiner Meinung nach auch nicht, denn weglaufen, beißen und sich losreißen können die Tiere sich immer noch. Viele Hunde werden an der Leine doch noch aggressiver, weil Herrchen das nicht im Griff hat. Laufen sie hingegen frei, können sie das selber auskaspern!
Wer ist denn die eigentliche Bestie? Der Mensch, der sich das Tier zu seinem grausamen Ebenbild formt...Der Halternachweis hat eindeutig versagt!
Seit drei Jahren bin ich selber Hundebesitzer. Ich persönlich würde das Gesetz noch verstärken und zwar dahin, dass jeder Hundebesitzer innerhalb der ersten 6 Monate eine Hundeschule aufsuchen muss. Das fördert die Beziehung zwischen Mensch und Hund und der Mensch lernt sehr viel über sein neues Familienmitglied. Wir waren in er Hundeschule und haben seit knapp 6 Monaten eine Leinenbefreiung. Durch den Besuch in der Hundeschule haben wir gelernt a) unseren Hund und andere Hunde zu lesen und b) eventuelle Gefahren rechtzeitig zu umgehen sowie c) zu wissen, wie wir unseren Hund auch im Haus und beim Spaziergang zu beschäftigen.
Mein Problem sind nicht die Tiere sondern die Halter. Wenn Hunde um die Ecke wetzen und einen anbellen oder anspringen, weiß ich nun mal leider nicht wie der Hund gestimmt ist. Ich finde es an sich schwierig, Hunde in der Stadt frei laufen zu lassen, da mir schon mehrfach Vierbeiner vor das Auto gerannt sind. Die Hunde werden meist aggressiv durch die "Auslaufmöglichkeiten", den Stadtverkehr und durch die falsche Haltung durch ihren Besitzer.
Wenn ich mir mal überlege wie viele Labradore es allein in Hamburg gibt, wundert es mich nicht das die in der Statistik auftauchen. Wurde auch mal wieder Zeit, dass die Hundebesitzer dran sind. Warum berichtet man nicht mal über die "gut erzogenen Hundehalter" die sich ihrer Verantwortung bewusst sind, viel Geld ausgeben in der Hundeschule, für ein friedliches Miteinander ??? Auch der Labrador wird nicht als Familienhund geboren...
Wenn die Rede von so vielen Beißvorfällen gegen Menschen ist, wäre es aus meiner Sicht sinnvoll, die Sache danach aufzuschlüsseln, ob der Betroffene (1) "einfach so" angegriffen wurde oder (2) vorher schon mit dem Hund zu tun hatte. Nehme nämlich an, dass die Fälle unter (2) stark überwiegen. So könnte einer unangebrachten Angst vor Hunden, die ganz normal unterwegs sind, entgegengewirkt werden. Nichts gegen ein gewisses Maß an Vorsicht, das ist bei Hunden immer angebracht.
Schon wieder ist der Hund der Schuldige. Schade das man keine Statistik über die unfähigen Hundebesitzer führt. Genauso würde mich mal interessierten woher die Zahlen unter den Bilder herkommt, die decken sich in keinster Weise mit den angegebenen Zahlen im Artikel. Möchte jetzt nicht die Gefahr herunter reden, doch sollte man nicht die Ursachen lieber anprangern (unfähige Besitzer)?
Anstatt die Öffentlichkeit noch weiter anzuheizen und willkürlich gestrickte Rasselisten einzuführen, sollte man mit Sachverstand an die Sache herangehen. Abschaffung der Rasselisten und statt dessen bei jedem angezeigten Beißvorfall eine "erzieherische Maßnahme" gegen den Hundehalter. Zum Beispiel, ähnlich dem Jugendstrafrecht, Auferlegung von Pflichtstunden zum Besuch einer behördlich anerkannten Hundeschule zwecks Aggressionsbewältigung oder Leinenführigkeit oder Verhalten in der Öffentlichkeit usw. usw. usw. . Dadurch hätte das Fehlverhalten der Hundehalter keine Auswirkungen auf den Hund und wäre sogar im Interesse der Hunde. Dann würden sie endlich mal vernünftig gefordert.
Es ist nicht der Hund, der von Natur aus gefährlich ist, sondern der Mensch, der ihn hält. Hier gibt es Leute, die einen Hund zum beißwütigen Monster erziehen, aber auch der nachlässige "Ich-hab-dann-mal-einen-Hund"-Mensch, der ihn mangels Ahnung falsch erzieht. Eine Hundeverordnung ist schon OK, aber man sollte nicht nur den Hund prüfen, sondern auch die Geeignetheit des Halters! Die Statistik ist total falsch, denn jeder spielende Hund, der dabei einem Menschen oder einem anderen Tier einen Kratzer zufügt, wird als 'Biss' bezeichnet. Würde man jedes mal, wenn ein Kind im Kindergarten mit einem Bauklotz wirft, eine Anzeige wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung aufnehmen, dann hätten wir dort laut Statistik mehr Straftaten, als in der Bronx!
Das Hauptproblem liegt wohl eher darin, das jeder Hans und Franz einen Hund halten darf, ob er es kann spielt keine Rolle. Beißattacken auf Kinder sind immer grauenvoll, aber es liegt auch an den Haltern, ob sie ihr Tier erzogen haben. Eine kleine Mitschuld liegt allerdings auch bei einigen Eltern, die ihren Kindern leider nicht beibringen, wie man sich fremden Tieren gegenüber verhält. Auch die Kinder der Integrationsfamilien sind darauf nicht geschult. Es würde Sinn machen solche Verhaltenskurse in Schulen und Kindergärten anzubieten. Und wenn dann noch ein Augenmerk darauf gerichtet werden würde, das auffällig gewordene Hundehalter Auflagen bekommen, wären wir schon einen großen Schritt weiter. Hunde sind wie Kinder, sie können nur das lernen, was man ihnen beibringt.
Bei bissigen Hunden sollte man auch mal ein Blick auf die Hundehalter werfen. Kein Hund kommt aggressiv auf die Welt und man kann es nicht pauschal auf irgendwelche Rassen beziehen. Hier wurde kein einziger sogenannter "Kampfhund" aufgelistet. Wer rechnet schon damit, dass Labradore zubeißen. Die Familienhunde schlecht hin. Ja, da eilt wieder der Ruf vorweg. Es liegt am Hundehalter, dass die Hunde beißen. Auch bei sogenannten Kampfhunden, die eigentlich ein nettes Wesen haben. Manche Leute sollten keinen Hund haben wenn sie diesen nicht unter Kontrolle haben. Und aus der Sicht der Hunde: "MENSCHEN kaufen mich. MENSCHEN überfüttern mich. MENSCHEN schneiden meine Ohren ab. MENSCHEN schlagen mich. MENSCHEN zwingen mich zu kämpfen. und ICH bin derjenige der gebannt wird? ICH bin der über den schlecht geredet wird? ICH bin der vor dem du Angst hast?" Wahre Worte. Gar keine Frage, ich habe selber wahnsinnigen Respekt vor den sogenannten Kampfhunden und meide diese, sie sind mir einfach nicht geheuer. Und es ist furchtbar für die Menschen, die gebissen werden und mit den körperlichen und seelischen Schäden leben müssen. Aber man sollte eben nicht vergessen was der Mensch am anderen Ende der Leine hier für eine Rolle spielt.
Im Positiven wie im Negativen ist der Hund ein Tier, das die Bezogenheit auf den Menschen in sich hat - und darin unterscheidet er sich vom Wolf, der das NICHT hat und - weil es viele dumme Menschen gibt - bloß als gefährlich(er) gilt. Wegen der Bezogenheit des Hundes auf den Menschen sitzt das größere Problem in aller Regel am oberen Ende der Leine!
Viele Ttausende von braven Hunden drehen jeden Tag auf Hamburgs Straßen und Parks ihre Gassi-Runden. Viele Tausende von umsichtigen Autofahreren fahren jeden Tag auf Hamburgs Straßen. Viele Tausende von höflichen, unauffälligen öffentlichen Verkehrsmittel-Nutzern fahren jeden Tag in Bussen und Bahnen. Viele Tausende verantwortungsvolle Pflegeeltern sorgen täglich für ihre anvertrauten Kinder. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Immer ist das Geschrei nach Recht und Ordnung, härteren Gesetzen groß, wenn "etwas passiert". In einer eng zusammenlebenden Gesellschaft ist die Rücksichtnahme , Eigenverantwortung und Reflexion des eigenen Handelns ein wichtiger Teil. Der erschrockene Schrei nach immer strengeren Gesetzen der falsche Weg. Aufklärung und sachliche Berichterstattung der Medien bleibt leider häufig ein frommer Wunsch und würde so sehr zum besonnenen Handeln beitragen.
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