Es bleibt dabei: Die Unternehmen des HVV lassen sich nicht erweichen. Anders als in Bremen dürfen Obdachlose trotz der fiesen Minusgrade nicht kostenlos Bus und Bahn fahren, um sich aufzuwärmen.
Hochbahn-Chef Günter Elste bekräftigte am Dienstag die Absage an Gratistouren. Es könne doch nicht sein, dass eine Stadt diese Problematik so in den Griff bekommen wolle. „Ein Abschieben in überfüllte Fahrzeuge ist Unfug.“ Auch in der Sozialbehörde sieht man keinen Grund für eine Übernahme des Bremer Modells. „Durch das Winternotprogramm sind wir gut aufgestellt. Es zeigt, dass wir es anders schaffen“, sagt Sprecherin Nicole Serocka.
Kritik hagelt es von GAL und der Linken. „Wo ist das Problem, HVV? Die Busse und Bahnen fahren ohnehin mit der geheizten Luft durch die Gegend, sie könnten genutzt werden, um den obdachlosen Menschen einen Schutz gegen den Frost zu bieten“, sagt GAL-Sozialexpertin Katharina Fegebank.
„Was in Bremen geht, sollte auch in Hamburg möglich sein“, meint Cansu Özdemir von der Linken. Der Senat müsse dem HVV gegebenenfalls entsprechende Anweisungen erteilen, falls der seiner besonderen Verantwortung als öffentliches Unternehmen nicht nachkomme.
Bei einer Umfrage am Bahnhof Barmbek befürworteten Fahrgäste ausnahmslos die Gratis-Touren. Gespalten sind dagegen die Meinungen im Internet: Dort lehnen viele HVV-Kunden die frierenden Mitfahrer ab. (et)
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