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Hammerbrook : Horrorbericht aus dem Obdachlosenhaus

Gedränge vor der Winternotunterkunft an der Spaldingstraße  (Hammerbrook) . Obdachlose stehen  Schlange für einen Schlafplatz.
Gedränge vor der Winternotunterkunft an der Spaldingstraße (Hammerbrook) . Obdachlose stehen Schlange für einen Schlafplatz.
Foto: Florian Quandt

Menschen schlafen auf dreckigen Fußböden, Betrunkene stolpern über sie hinweg, das Licht geht an und aus, die ganze Nacht. Die Notunterkunft für Obdachlose an der Spaldingstraße (Hammerbrook) ist heillos überfüllt – ein Insider hat sich jetzt bei der MOPO gemeldet, berichtet über menschenunwürdige Zustände.


30 Quadratmeter hat der Raum, in dem erst vor wenigen Tagen rund 15 Menschen übernachteten, schreibt der Insider in einer Mail an die MOPO. Er möchte anonym bleiben, sei gezwungen gewesen, zwei Nächte in der Winternotunterkunft an der Spaldingstraße zu verbringen – schlimme Nächte. „Für die Menschen waren weder Bettzeug noch Laken übrig. So lagen die meisten auf dem von Kaffeeflecken, Zigarettenasche und Schuhabdrücken verdreckten Boden“, schreibt er. Einige hätten sogar auf Stühlen übernachtet, von Erholung könne dabei keine Rede sein. Lediglich „wegen Entkräftung“ sei es irgendwann möglich gewesen, ein Auge zuzumachen.


Seit dem 1. November läuft das Winternotprogramm der Stadt – für die kalten Monate wurden 252 zusätzliche Schlafplätze für Obdachlose eingerichtet. In der Massenunterkunft in Hammerbrook sind es 160 Plätze – zu wenig, sagt Stephan Karrenbauer von „Hinz&Kunzt“. „Jeder, der da vor der Tür steht, muss ein Bett bekommen“, sagt der Sozialarbeiter – ein Zustand, von dem die Obdachlosen derzeit offenbar nur träumen können.

Von außen wenig einladend: Für die Wintermonate hat die Stadt in diesem Hochhaus Schlafplätze für Obdachlose eingerichtet.
Von außen wenig einladend: Für die Wintermonate hat die Stadt in diesem Hochhaus Schlafplätze für Obdachlose eingerichtet.
Foto: Quandt

Tische und Stühle würden bei Nacht hin und her gerückt, um irgendwie noch ein Fleckchen Boden freizuschaffen, schreibt der Insider über seine Horror-Nächte. Er berichtet von verdreckten Duschräumen, von Betrunkenen, die auf dem Klo einschlafen, von vollgebluteten Badezimmern. „Leute werden im Schlaf beklaut, zum Beispiel von Drogenabhängigen, die sich zum „Schlafen“ in das Winternotprogramm begeben und das Diebesgut zu Geld machen“, berichtete er.


Probleme, die es nicht nur in der Notunterkunft gibt, sagt Karrenbauer: „Auch im ‚Pik As‘ schlafen die Menschen auf den Fluren“, die Sozialbehörde müsse endlich weitere „vernünftige“ Schlafplätze schaffen.


„Hinz&Kunzt“ hat selbst eine kleine Winterunterkunft eingerichtet. Zwölf Obdachlose finden in leerstehenden Büroräumen Unterschlupf, maximal zwei Menschen teilen sich ein Zimmer. Finanziert wird das Projekt aus Spenden. „Wir haben die Räume so gestaltet, dass wir uns selbst vorstellen könnten, dort zu schlafen“, sagt Karrenbauer.

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