Spektakuläre Funde aus dem Mittelalter: Archäologen haben Reste eines Klosters aus dem 13. Jahrhundert unter der Hamburger Handelskammer entdeckt. Auch Skelette wurden geborgen.
Am Mittwoch wurden die Grabungsfunde des Klosters St. Maria Magdalenen präsentiert. Weil im Juni vergangenen Jahres die Kellerräume der Handelskammer bei Regen vollgelaufen waren, wurden dort Drainagearbeiten durchgeführt. Dabei wurden Knochen entdeckt. Die Archäologen fanden auch Reste der hölzernen Pfahlgründung der Klosterfundamente.
Das Franziskanerkloster hatte Graf Adolph IV. von Schauenburg und Holstein nach seinem Sieg über die Dänen in der Schlacht von Bornhoeved 1231 gestiftet und dort selbst als Mönch gelebt. Später wurde das Kloster als Stift für höhere Töchter und die Bettelordenskirche als protestantisches Gotteshaus genutzt. 1841 entstand die neue Börse am Adolphsplatz, wo noch heute der Sitz der Handelskammer ist.
Durch die Grabungen konnten erstmals Fundamentreste des Klosters gesichtet und dokumentiert werden, sagte Prof. Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums. Zwar sei bekannt gewesen, dass sich am Ort der Handelskammer damals das Kloster befand, beim Bau der Börse habe man aber angenommen, dass alle Spuren verschwunden waren, sagte Handelskammer-Hauptgeschäftsführer, Hans-Jörg Schmidt-Trenz. Archäologen wollen demnächst auch den Bau einer Tiefgarage unter dem Adolphsplatz neben dem Rathaus begleiten. Die Handelskammer plant, die Grabungsarbeiten öffentlich zugänglich zu machen.
Auch zwei Franziskaner kamen am Mittwoch in ihren braunen Mönchskutten mit weißer Kordel zur Präsentation der Funde. „Das ist für mich ein sehr bewegender Moment, hier haben schließlich damals meine Brüder gelebt“, sagte der 65 Jahre alte Pater Ronald Wessel.
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