Drei Jahre und zehn Monate Haft, das ist die Strafe für Taxifahrer Ralph B. (57), der eine Frau (32) stundenlang in den Kofferraum seines Taxis sperrte. Das Landgericht wertete die unfassbare Tat als Freiheitsberaubung mit vorsätzlicher schwerer Gesundheitsschädigung.
„Es handelt sich um eine unvorstellbare Tat mit schweren Folgen für das Opfer“, so die Vorsitzende Richterin Birgit Woitas, „wir konnten kein Motiv feststellen, wir sind nicht einmal sicher, dass es überhaupt eines gab.“
Ein Gutachter hatte dem grauhaarigen Mann mit dem gebeugten Rücken ein „negatives Frauenbild“ attestiert: „Er neigt dazu, Frauen zu sexualisieren, um seine Beziehungslosigkeit zu verdecken.“ Außerdem zeige Ralph B. „mangelndes Verständnis für andere Menschen“, er habe aber keine schwere psychische Störung, er sei voll schuldfähig.
Erzieherin Julia H. (33) war am Morgen des 4. September 2011 an der Großen Freiheit ins Taxi des Angeklagten gestiegen, nicht ahnend, dass ein Trinker mit 1,7 Promille am Steuer saß, der bereits einige Stunden zuvor eine Frau in Angst versetzt hatte. Das erste Opfer hatte sich darüber beschwert, dass Ralph B. in die falsche Richtung fuhr, hatte an einer roten Ampel Übelkeit vorgetäuscht und war aus dem Wagen geflohen.
Als auch Julia H. sich darüber beklagte, dass der Taxifahrer eine falsche Strecke fuhr, rastete der Mann aus, zerrte sie aus dem Wagen und sperrte sie in den Kofferraum. Erst sechseinhalb Stunden später entdeckte die Schwägerin des Angeklagten die Geisel. Julia H., Mutter einer kleinen Tochter, kann noch heute kein normales Leben führen.
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