Autozündler. Alle paar Nächte schlagen sie zu. Eins der jüngsten Opfer: Fariborz Samavati (43). In seiner Wut greift er nun zu einem ungewöhnlichen Mittel: Er setzt ein Kopfgeld auf die Täter aus: „20000 Euro für Hinweise, die zur Ergreifung des Brandstifters führen!“
Sonntag, 16. Oktober. Tatort: die Veddel. Hier wohnt der Computerspezialist, ein gebürtiger Iraner. „Um 4.15 Uhr werde ich wach, als jemand plötzlich an der Tür Sturm klingelt. ,Hier ist die Polizei. Kommen Sie schnell mal runter!‘“
Als der 43-Jährige die Straße erreicht, schießen ihm Tränen in die Augen: Sein Auto steht in Flammen. Erst ein paar Tage zuvor hat er sich den Wagen gekauft. An diesem Sonntag wollte er die erste Spritztour an die Ostsee unternehmen. Jahrelang hat er gespart, um sich den Mercedes ML 400 CDI, sein Traumauto, leisten zu können. Und jetzt das! Da der Wagen lediglich haftpflichtversichert ist, bekommt Samavati keinen Cent ersetzt.
Immer, wenn er von dieser Nacht erzählt, steigt die Wut in ihm hoch. „Statt mich zu trösten, machte mir die Polizei auch noch Vorwürfe: Wie ich denn dazu komme, meinen Wagen im Halteverbot zu parken. Ich habe den nur noch angeguckt und gefragt, ob er noch was merkt. Mein Auto brennt, und der kommt mit so was!“
Samavati macht sich keine Illusionen: Dass die Polizei den Täter fasst, ist so wahrscheinlich wie sechs Richtige im Lotto. „Was ist das für ein Land, in dem ein Bürger nicht mal sein Auto an der Straße abstellen kann, ohne Furcht, dass es am nächsten Morgen verkohlt ist?“
Deshalb will er ein Zeichen setzen. Einen Aufstand der Anständigen anzetteln. Zwar hat kürzlich auch die Polizei 20000 Euro auf Auto-Brandstifter ausgesetzt. Aber Samavati ist der erste Privatmann, der zu diesem Mittel greift. Und das, obwohl er alles andere als reich ist. Sein Computerladen FS-Elektronik, Spaldingstraße 41 (Hammerbrook), mit seinen knapp 20 Quadratmetern wirft gerade genug ab, um bescheiden zu leben.
Aber Samavati will was tun, nicht einfach nur dastehen und zugucken: „Vielleicht hat sich der Brandstifter unter Freunden seiner Tat gerühmt“, hofft er. „Dann sorge ich dafür, dass er jetzt schlaflose Nächte hat. Denn 20000 Euro könnten einen seiner Kumpel schon auf die Idee bringen, ihn zu verpfeifen, oder?“
Wer also kennt den Täter, der am 16. Oktober vor dem Haus Sieldeich 48 Samavatis Mercedes in Brand gesteckt hat? Hinweise an diese Mail-Adresse: samavati@gmx.de
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