Der Kiez trägt Trauer – René Durand ist tot. Der Gründer des Sex-Theaters „Salambo“ an der Großen Freiheit ist gestern Morgen im Alter von 85 Jahren gestorben. Schon lange war er sehr krank gewesen.
Es war ein pralles, buntes Leben. René Durand, ein ehemaliger KZ-Häftling, war eine der schillerndsten Figuren auf St. Pauli. 1965 brachte er den Sex auf die Bühne. In der Großen Freiheit 11 eröffnete er das „Erotic Theater Salambo“. Die Männer und Frauen trugen verrückte Kostüme und trieben es vor den Augen der Besucher.
„Papa Dudu“, wie ihn seine Freunde nannten, dachte sich alle Shows selber aus. Mal trugen die Darsteller Rokoko-Kostüme, mal kopulierten sie in Weltraum-Montur, begleitet von lauter Musik. 4460 Kondome vervögelten seine Mitarbeiter jedes Jahr.
„Sex-Papst von Hamburg“, so nannten die Zeitungen den Mann mit dem Schnauzbart damals. Neben dem „Salambo“ hatte er sechs weitere Läden auf dem Kiez – und viel Ärger mit den Sittenwächtern. 1996 war Schluss mit dem bumsfidelen Treiben. Das „Salambo“ musste nach Razzien durch Steuerfahndung und Polizei dichtmachen – Verdacht auf Förderung der Prostitution.
Zuletzt lebte Durand in Marokko und in Behrste-Estorf bei Stade, wo sein alter Freund, der Kiez-Fotograf Günter Zint, sich um ihn kümmerte. Im Oktober 2012 brachten Notärzte ihn ins UKE, danach zog er zur Tochter. Er litt an diversen Krankheiten, hatte mehrere Herzinfarkte hinter sich. Um seine Betreuung hatte es zuletzt Streit zwischen Günter Zint und Durands Tochter Yvonne gegeben (MOPO berichtete).
Nun ist der große alte Mann von St. Pauli im Krankenhaus gestorben. Sein Freund Günter Zint sagt: „Er war der große Maître de Plaisir auf dem Kiez. Ich bin sehr traurig.“
Der Blick in die Straße Große Freiheit, als es das „Salambo“ noch gab. Chef René Durand warb damals ganz unbescheiden mit seinem Konterfei.
Foto: hfr
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