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Endlos-Winter : Europa droht neue Eiszeit!

Eis auf der Elbe: Wenn russische Wissenschaftler recht behalten, gibt es das bald häufiger. Sie sagen eine „Kleine Eiszeit“ voraus.
Eis auf der Elbe: Wenn russische Wissenschaftler recht behalten, gibt es das bald häufiger. Sie sagen eine „Kleine Eiszeit“ voraus.
Foto: dpa

Was – bitte – ist denn jetzt los? Seit Jahren wird uns erzählt, dass das Eis an den Polen schmilzt und sich das Klima bedrohlich aufheizt. Nun sagen russische Wissenschaftler genau das Gegenteil voraus: nämlich eine so genannte „Kleine Eiszeit“.


Die aktuelle Wetterlage scheint der These auf den ersten Blick recht zu geben: Der März 2013 ist in Hamburg der kälteste seit 122 Jahren. In Hamburg lagen zeitweise 28 Zentimeter Schnee – drei mehr als beim bisherigen Rekord im März 1969. Und zu Ostern soll es jetzt schon wieder schneien. Verrückt!


Diese Wetterkapriolen sind zwar nur eine Laune der Natur und noch kein Vorbote einer neuen Eiszeit. Da sind sich die Meteorologen weltweit einig. Aber es gibt namhafte Wissenschaftler, die fest davon überzeugt sind, dass es bald auf der Welt für lange Zeit deutlich kälter werden wird.


Wissenschaftlich steht so viel fest: Die Aktivität der Sonne schwankt. Und das ist auch aus großer Entfernung sichtbar: Je mehr Sonnenflecken, desto größer die Sonnenaktivität. Je weniger Flecken, desto geringer. Davon abhängig erwärmt sich die Erde oder kühlt sich ab.


Was russische, aber auch US-Wissenschaftler festgestellt haben: Derzeit schwächelt die Sonne. Ab 2020 werde sie eine ausgedehnte Ruhephase einlegen, prognostiziert der russische Astrophysiker Habibullo Abdussamatov. Die beiden Biogeochemiker Wladimir Baschkin und Rauf Galiulin kommen zu demselben Ergebnis.

Die Sonne: Phasen starker Aktivität (l.) wechseln sich mit Phasen schwacher Aktivität ab.
Die Sonne: Phasen starker Aktivität (l.) wechseln sich mit Phasen schwacher Aktivität ab.
Foto: dpa

Weshalb es alle paar hundert Jahre zu solchen Ruhephasen der Sonne kommt, weiß die Wissenschaft nicht. Sicher aber ist, dass die Folgen dramatisch sind. Als die Sonne das letzte Mal auf Sparflamme schaltete – zwischen 1645 und 1715 – gab es in Europa, Nordamerika und Asien eine Vielzahl besonders harter Winter. „Maunderminimum“, so der Name dieser „Kleinen Eiszeit“.


Die Theorie, dass sich so etwas bald wiederholt, wird nicht von allen geteilt. Georg Feulner vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung hält ein zweites „Maunderminimum“ zwar für möglich – allerdings würde es sich seiner Meinung nach auf das Klima auswirken wie ein Eiswürfel auf einen Topf kochenden Wassers. Die verminderte Sonnenaktivität werde den Treibhauseffekt bestenfalls ein klein wenig abmildern. Statt eines Anstiegs der Temperaturen um vier Grad bis 2100, wie es der Weltklimarat prognostiziert, werde es dann eben einen Anstieg von „nur“ 3,7 Grad geben.


Hat Feulner recht, fällt die Eiszeit also aus. Aber inzwischen wächst die Zahl ernst zu nehmender Wissenschaftler, die glauben, dass die Bedeutung des Treibhauseffekts für den Klimawandel weit überschätzt wird. Ihrer Meinung nach haben natürliche Faktoren wie Sonnenaktivität, Vulkanausbrüche und Meeresströmungen eine weit größere Bedeutung für das Klima. Irrt der Weltklimarat in Sachen Treibhauseffekt, so kommt sie vielleicht doch noch: die „Kleine Eiszeit“.

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