Nachrichten
Aktuelle Nachrichten aus Hamburg

Empfehlen | Drucken | Kontakt Datum: 8.12.2012

Ein Insider packt aus:: Mindestlöhne - Wie Hotels den Ton angeben

Von Olaf Wunder
Foto: Patrick Sun

Zimmermädchen in Hamburger Luxushotels, die mit Hungerlöhnen abgespeist werden. Das Thema zieht immer weitere Kreise. Nun packt der Chef einer Reinigungsfirma aus. Und belastet seine Auftraggeber, die Hotels, schwer. „Die zwingen die Unternehmen ja regelrecht, Mindestlöhne zu umgehen.“


Christian Chodura (44), Inhaber der inzwischen insolventen Reinigungsfirma BNG AG, hatte bis vor wenigen Monaten unter anderem den Auftrag, die Zimmer des Hotels „Radisson Blu“ sauber zu halten. „Ich war so blöd, das ganz seriös machen zu wollen. Am Ende war ich pleite.“

Christian Chodura (44) arbeitete für das „Radisson Blu“ am Dammtor. Mit seiner Reinigungsfirma ging er später pleite.
Christian Chodura (44) arbeitete für das „Radisson Blu“ am Dammtor. Mit seiner Reinigungsfirma ging er später pleite.
Foto: Olaf Wunder


Chodura kritisiert, dass die Hotels die Reinigungsfirmen nicht fair bezahlen. „Und sie können das, weil sie wissen, irgendeine unseriöse Firma findet sich schon.“
Der Trick sei, dass die Hotels Zeitvorgaben für die Zimmerreinigung machen, die völlig unrealistisch sind. Chodura: „Die Wartezeit, wenn ein Gast zu spät auscheckt, die Wege zwischen den Zimmern, das Bestücken der Wagen mit Reinigern – all das lassen sie einfach unter den Tisch fallen.“

Das „Radisson“ habe ihm pro Zimmer 7,85 Euro bezahlt. Pro Zimmer brauchten seine Leute 30 Minuten. Das bedeutet: 15,70 Euro nahm er pro Stunde ein. „Viel zu wenig! Davon kann ich keinen Tariflohn zahlen. Das geht nur, wenn ich Schwarzarbeiter oder Scheinselbstständige beschäftigte.“ Zum Beweis macht Chodura diese Rechnung auf: 8,82 Euro beträgt der Tariflohn pro Stunde. „Rechnen wir Sozialversicherung, Krankengeld, Berufsgenossenschaft etc. hinzu, hat mich aber der Mitarbeiter pro Stunde mehr als 16 Euro gekostet“, sagt Chodura. „Wie soll das gehen?“


Chodura kritisiert speziell den Chef des „Radisson Blu“, Oliver Staas. „Als der Mindestlohn am 1. Januar 2011 um 15 Cent erhöht wurde, habe ich verlangt, dass das Hotel auch mir mehr bezahlt. Das hat Staas abgelehnt.“ Daraufhin kündigte Chodura den Vertrag mit dem Hotel.


Das „Radisson“ sei kein Einzelfall, sagt Chodura. Andere namhafte Hamburger Hotels würden es genauso handhaben. Aber es gebe auch Ausnahmen. „Das ,Grand Elysée‘ und das ,Hotel Smolka‘. Wenigstens die zahlen faire Preise an die Reinigungsfirmen."
Zur Erinnerung: Das „Radisson Blu“ war vergangene Woche ins Gerede gekommen, als bekannt wurde, dass polnische Zimmermädchen vor dem Arbeitsgericht Geld einklagen. Der Vorwurf: Sie seien von der derzeitigen Reinigungsfirma des „Radisson“, der Erdmann Dienstleistung GmbH, weit unter Mindestlohn bezahlt worden.


In einer Stellungnahme sagt Hotelmanager Oliver Staas: „Die von uns beauftragten Fremdfirmen verpflichten sich vertraglich, den gesetzlichen Mindestlohn an ihre Mitarbeiter zu zahlen.“ Dass Reinigungsfirmen nur dann seriös arbeiten können, wenn sie von Hotels seriös bezahlt werden, sieht Staas offenbar nicht. Zum Vorwurf Choduras sagt Staas, es existiere kein Zusammenhang zwischen dem mit der Fremdfirma vereinbarten Zimmerpreis und der Tariferhöhung.

Weitere Meldungen Nachrichten
Hat den Liebhaber seiner Frau verprügelt: Geschäftsmann Stefan Z. (50, Name geändert).

Er wollte seinen Nebenbuhler zur Rechenschaft ziehen: Bei voller Fahrt provoziert Stefan Z. (50) erst einen Auffahrunfall mit Felix N. (59), prügelt dann auf ihn ein.  mehr...


Werden Mietwohnungen in Eigentum umgewandelt, ist das nicht selten mit einem Rauswurf des Mieters verbunden. Eigenbedarf wird in solchen Fällen oft als Begründung genannt.  mehr...

Mit Regenschirmen feiern die Hamburg den ESC.

Barbara Schöneberger sorgte trotz Regen für gute Stimmung auf dem Hamburger Spielbudenplatz. Lena patzte bei der Punktevergabe.   mehr...







Barmbek oder Blankenese, Eimsbüttel oder Eppendorf: Machen Sie den Test, welcher Hamburger Stadtteil am besten zu Ihnen passt!

Die besten Hamburg-Tipps

So wird der Kiez-Abend ein Erfolg: MOPO.DE zeigt Ihnen zehn lustige Party-Anwendungen für das Smartphone.

Buli-Cup
Auf Facebook empfohlen
  • 8.398,00 Pkt. +28,13 (+0,34%)
  • 14.070,63 Pkt. +19,20 (+0,14%)
  • 967,46 Pkt. -2,94 (-0,30%)
  • 15.138,12 Pkt. +100,88 (+0,67%)
  • 1,2827 USD +0,0002 (+0,02%)
in Zusammenarbeit mit Finanzen100.de
Kinoprogramm
Alle Neustarts diese Woche: Alle Filme von heute: Alle Kinos:
Kino oder Film suchen
Suchen
Kinofilm, Schauspieler oder Regie
Kino, PLZ oder Ort
Buli-Cup