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Ehepaar verschenkt Computer: Mit viel Herz und Hartz IV

Horst (59) und Angelika (54) Matzen in ihrem Büro in Rahlstedt.
Horst (59) und Angelika (54) Matzen in ihrem Büro in Rahlstedt.
Foto: Ulrike Schmidt

Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein: Ein Ehepaar aus Rahlstedt möbelt ausrangierte PCs auf, um sie an Hartz-IV-Empfänger zu verschenken. Sie selbst verdienen daran keinen Cent, zahlen teilweise sogar noch aus eigener Tasche drauf.

In den Büroräumen stapeln sich auf 70 Quadratmetern Laufwerke, Festplatten und Druckerpatronen. „Alles, was Sie hier sehen, ist gespendet“, sagt Horst Matzen (59), ein fröhlicher Mann mit Brille und gestreiftem Polo-Shirt.

Vor knapp zwei Jahren gründete er mit seiner Frau Angelika den gemeinnützigen Verein „Computer Spende Hamburg e.V.“. Bis zu zehn Stunden täglich schraubt Matzen seitdem an Rechnern rum – testet und repariert. „Ich habe schon immer gerne rumgebastelt. Jetzt kann ich meine Leidenschaft mit einem guten Zweck verbinden“, sagt er. Er schraubt für Menschen, die sich keinen Computer leisten können.

„Jeder, der vorweisen kann, dass er Hartz IV bezieht, kann sich bei uns auf eine Liste setzen lassen“, erklärt Angelika Matzen. „Sobald wir einen Rechner haben, melden wir uns.“

Wer einen kleinen Mitgliedsbeitrag von zwei Euro im Monat überweist, kann seinen PC sogar unter Anleitung und kostenlos in den Büroräumen der Matzens reparieren. Rund 743 Geräte haben sie bereits verschenkt. Dass einige der Computer bei eBay landen, nehmen sie in Kauf.

Gerade hat Angelika Matzen acht Rechner, Tastaturen und Mousepads liebevoll auf Tischen drapiert. Es ist Freitag und freitags wird verschenkt. Ein junger Mann mit seinem kranken Vater, eine ältere Frau mit Behinderung, eine junge Mutter mit ihrem dreijährigen Sohn. Sie alle dürfen heute einen PC mit nach Hause nehmen.

„Mein erster Computer seit 15 Jahren“, sagt Katja Schmidt mit glänzenden Augen. Die 38-Jährige ist überglücklich, sie benötigt den Computer dringend. „Um Bewerbungen zu schreiben. Und für die Wohnungssuche“, sagt sie.

Das Ehepaar Matzen kennt die Nöte von Hartz-IV-Empfängern genau – sie sind selbst welche. Zusammen leben sie von etwas mehr als 1000 Euro im Monat. Ihren Verein finanzieren sie über Spenden.

„Aber manchmal reicht es nicht“, sagt Angelika. „Dann müssen wir drauflegen.“ Wofür sie das alles auf sich nehmen? „Wenn ich sehe, wie die Menschen vor Rührung weinen, dann weiß ich, dass es richtig ist“, sagt Horst.

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