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Diskussion um Mindestlohn: Die am miesesten bezahlten Jobs Deutschlands

8,50 stehend für ein Mindestlohn von 8,50 Euro, fordern Demonstranten vor dem Bundeskanzleramt in Berlin.
"8,50" stehend für ein Mindestlohn von 8,50 Euro, fordern Demonstranten vor dem Bundeskanzleramt in Berlin.
Foto: dpa

Berlin - In Deutschland tobt jetzt die Debatte um den Mindestlohn. Viele arbeiten 160 Stunden oder mehr im Monat – trotzdem reicht das Geld nicht zum Leben.

Gerade mal 1390 Euro brutto verdienen Friseure im Schnitt (siehe Tabelle). Stundenlöhne von unter fünf Euro sind nicht ungewöhnlich. In Deutschland verdienen 1,4 Millionen Menschen in vielen Branchen oft weniger als fünf Euro in der Stunde, zum Beispiel Kellner, Putzfrauen.
Dazu kommt das Problem Leiharbeit: Auf den Flughäfen streikt darum das Sicherheitspersonal. Der Internet-Riese Amazon kam auch mit Dumping-Löhnen in die Kritik.

Bisher haben sich zwölf Branchen freiwillig auf einen Mindestlohn (zwischen 7,50 und 13,70 Euro) geeinigt: u.a. das Elektrohandwerk, die Abfallwirtschaft, Gebäudereiniger, Dachdecker, Maler und Lackierer sowie Dienstleister in der Sicherheitsbranche, im Bergbau, in der Pflege und der Zeitarbeit.

Die SPD-geführten Bundesländer wollen mehr. Sie wollen mit ihrer Mehrheit (und dem CDU-geführten Saarland) im Bundesrat am 1. März einen Gesetzentwurf für einen einheitlichen Mindestlohn einbringen. Dieser beträgt erst einmal 8,50 Euro. Künftig soll dann eine „Mindestlohnkommission“ die Höhe jährlich neu festsetzen. Mitglieder des Gremiums: je drei Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter sowie drei Sachverständige.

Nach dem Gesetzentwurf soll aber das Bundesarbeitsministerium das letzte Wort haben. Es muss der Empfehlung nicht folgen. Verstöße gegen das Mindestlohngesetz sollen mit Geldbußen von bis zu 500000 Euro geahndet werden. Ob es genau so kommt, ist noch offen. Denn auch der Bundestag muss dem Gesetz zustimmen. Und dort haben CDU/CSU und FDP die Mehrheit. Die wollen von einem allgemeinen Mindestlohn nichts wissen.

Die CDU bevorzugt Untergrenzen, die je nach Branche und Region bestimmt werden. Die FDP ist jetzt vorsichtig auf diesen Kurs eingeschwenkt (MOPO berichtete). Bisher hatten die Liberalen das Thema stets abgeblockt. Nun wolle man vor der Bundestagswahl „etwas Gutes hinbekommen“, hatte Rainer Brüderle (FDP) gesagt.
Immerhin: Bei den Friseuren scheint eine Einigung in Sicht. Ab April geht’s um Details. Damit sind die Haarsylisten weiter als die Politiker.

Durchnschnittslöhne: wenig Geld*

BerufMonatslohn Stundenlohn
Friseure13908,30
Wachpersonal195210,12
Reinigungskräfte179410,53

Glas- und

Gebäudereiniger

1869 10,70
Kellner1925 11,18
Möbelpacker 204011,28
Köche1987 11,59

*Bruttolohn in Euro, Basis: Befragung von 32000 Arbeitgebern, die Daten von 1,9 Millionen Beschäftigten weitergaben.
Quelle: Statistisches Bundesamt

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