Der Rauschebart fehlt. Die hohe See kennt er nur aus Filmen. Trotzdem beerbt Gereon Boos (45) eine Hafen-Legende: Der studierte HNO-Arzt hat den „Hafenbasar“ an der Erichstraße (St. Pauli) übernommen. Und hat große Pläne.
„Ich werde den Charme erhalten, aber manches ein wenig moderner gestalten“, sagt Gereon Boos. Der neue Besitzer will ein Café in dem Museumsladen einrichten, die Masken, und Skulpturen besser präsentieren. „Alles soll strukturierter werden. Und ich suche einen neuen Standort, hier gibt es einfach zu wenig Laufkundschaft.“
Bis vor wenigen Monaten stand dem Hafenbasar das Wasser bis zum Hals. Im April starb die Inhaberin Karin Rosenberg an einem Herzinfarkt – sie hatte den Hafenbasar von ihrem Vater Harry übernommen.
Tochter Kim Rosenberg (18) wäre als Nächste an der Reihe gewesen – doch sie entschied sich gegen den Laden. Es gab runde Tische im Bezirk, eine hektische Suche nach einem neuen Inhaber. Schließlich erklärte sich Gereon Boos bereit.
„Ich habe den Basar schon immer geliebt“, sagt der neue Chef. Herumgekommen ist er, war bei Stämmen in Äthiopien, den Inka-Nachfahren in Südamerika. Der Schulmedizin kehrte er früh den Rücken, praktizierte zuletzt als Experte für alternative Behandlungsmethoden in Hamburg.
Schon nach zwei Tagen schreitet Gideon Boos routiniert durch die Reihen. Er wisse um die Tradition des Basars, sagt er. Sofort habe er alle Gegenstände durchgezählt. Wie viele es seien? Gideon Boos schmunzelt, dann zitiert er den alten Harry. „Dreihundertfünfundsechzigtausendvierhundertneunzig. Wer’s nicht glaubt, soll nachzählen.“
Barmbek oder Blankenese, Eimsbüttel oder Eppendorf: Machen Sie den Test, welcher Hamburger Stadtteil am besten zu Ihnen passt!
So wird der Kiez-Abend ein Erfolg: MOPO.DE zeigt Ihnen zehn lustige Party-Anwendungen für das Smartphone.